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Mit „A Celebration Of Endings“ haben Biffy Clyro eine neue CD am Start

Neues von Biffy Clyro : Zurück zu energetischen Klängen

✮✮✮✮✮ Biffy Clyro haben auf ihrem neuen Album wieder zu ihrem alten Sound gefunden.

Wie so oft in den vergangenen Monaten war auch die Veröffentlichung des neuen Biffy Clyro-Albums „A Celebration Of Endings“ (14th Floor/Warner Music ✮✮✮✮✮) von der Corona-Pandemie betroffen. Die Konsequenz: Es wurde um einige Wochen nach hinten verschoben. Wobei der ursprüngliche Plan wohl war, in 2019 zwei Alben zu veröffentlichen. Im Mai des vergangenen Jahres machte der Soundtrack „Balance, Not Symmetry“ den Anfang; der Nachschlag, dessen Arbeitstitel „Opus 8“ war (den besagten Soundtrack nicht mitgerechnet, ist dies hier ihr achtes Studioalbum), ließ aber auf sich warten – nicht nur wegen Corona.

Dieses Warten hat sich mehr als gelohnt. Erfreulicherweise haben Biffy Clyro in dem Ohrwurm „Weird Leisure“, in „Tiny Indoor Fireworks“ und in „The Pink Limit“ wieder zu härteren, rockigeren und vor allem energetischeren Klängen zurückgefunden, mit denen sie bei ihren Konzerten für gewöhnlich ihre Fans in eine wild umherspringende Meute verwandeln. Andererseits ist der Song „End Of“ wie dafür gemacht, selbst zuhause beim Zuhören unkontrolliert rumzuzappeln; seine ansteckende Energie springt unvermittelt über. Dem gegenüber stehen die Ballade „Opaque“ und das mit Streichern unterlegte Midtempo-Stück „The Champ“. Die Streicherarrangements wurden von Rob Mathes, der schon für Bruce Springsteen und Sia gearbeitet hat, in den heiligen Hallen der Abbey Road Studios mit einem dreißig-köpfigen Orchester aufgenommen. Auch die leiseren Töne beherrschen die Schotten also noch aus dem Effeff. In anderen Songs haben sie beide Stärken vereint - nachzuhören in dem epischen Albumabschluss „Cop Syrup“, bei dem man ob der Schreiattacken stellenweise den Eindruck gewinnen könnte, die US-Alternative Rocker Deftones hätten sich heimlich ins Studio gestohlen.

Insgesamt ist dieses Album ein sehr versöhnliches. Dazu passt die folgende Aussage von Sänger/Gitarrist Simon Neil, der alle Songs geschrieben hat: „Dieses Album hat den Blick nach vorn gerichtet, sowohl aus persönlicher als auch gesellschaftlicher Perspektive. Der Titel handelt davon, die Schönheit an der Veränderung zu sehen anstatt das Traurige. Veränderung bedeutet Wachstum und Entwicklung. Du kannst alles bewahren, was du zuvor geliebt hast, aber lass uns einiges von dem negativen Scheiß loswerden. Es geht um den Versuch, die Kontrolle zurückzuerlangen“.

 Biffy Clyro - A Celebration Of Endings
Biffy Clyro - A Celebration Of Endings Foto: Warner Music

Biffy Clyro haben die Kontrolle über sich wiedererlangt, wenn man das mal so fabulieren darf; sie haben zu alter Stärke zurückgefunden. Die auf den Mainstream schielende erste Vorabsingle „Instant History“ ist der langweiligste Song des Albums und keineswegs ein geeigneter Stellvertreter für dessen Gesamtsound. Nach „Ellipsis“ (2016) und „Balance, Not Symmetry“ war nicht klar, welche musikalische Marschrichtung die Band langfristig einschlagen würde: hin zum Pop oder zurück zum Alternative Rock? Diese Frage ist erst einmal beantwortet: „A Celebration Of Endings“ rockt!