Kurzkritiken zu The National, Ellicist und Rhiannon Giddens With Francesco Turrisi

Unsere Kurzkritiken : CD-Player

Auch in dieser Woche haben sich unsere Autoren drei Alben für die Kurzkritiken angehört.

✮✮✮✮ The National „I Am Easy To Find“ (4AD/Beggars Group/Indigo): Ende 2017 wollten The National eine Pause einlegen, als Sänger Matt Berninger eine E-Mail von Regisseur Mike Mills erreichte. Dieser wollte unbedingt mit der Indieband zusammenarbeiten. Aus dieser Idee gingen der Kurzfilm „I Am Easy To Find“ und das gleichnamige Album hervor. Die Band schöpft auch aus dem Vollen: Sie paart Indierock mit Folk-, Electro-, Klassik-Sounds und Chorgesängen und Aufwühlendes mit Melancholischem. kfb

✮✮✮ Ellicist: „Point Defects“ (Morr/Indigo): „Hennepin“ und „Hanipop“ lauten die entzückenden Titel von Soundcollagen, die von verschrobener Verspieltheit zeugen. Florian Zimmer (Saroos, Driftmachine) bedient einen „modular synth“, Thomas Chousos alias Tadklimp einen „SuperCollider code“. Vieles auf diesem 27-Minuten-Trip hört sich an wie zufällig, doch sprechen drei Jahre Aufnahme-Zeit eher für Kalkül und Tüftelei. Bienen summen, Frösche quaken, Tropfen perlen und tausend weitere (synthetische!) Geräusche klingen wirr, aber höchst vergnügt. alh

✮✮✮✮✮ Rhiannon Giddens With Francesco Turrisi „There Is No Other“ (Nonesuch/Warner): Für ihr drittes Album tat traditionelle Folkerin Rhiannon Giddens sich mit dem italienischen Multiinstrumentalisten Turrisi zusammen. Sie nahmen sich der unmöglich erscheinenden Aufgabe an, afrikanische und arabische Einflüsse mit europäischen und amerikanischen zu verbinden. Diese Mission gelang mithilfe eines Sammelsuriums an Instrumenten und Giddens unvergleichlich kräftigem Organ. Die Hälfte der Songs stammt aus ihrer Feder, die restlichen sind Coverversionen – etwa von dem Traditional „Wayfaring Stranger“. kfb

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