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King Buzzo veröffentlicht sein zweites Album „Gift Of Sacrifice“

Neues von King Buzzo : Gezähmter Wahnwitz mit einem Hauch Jazz

✮✮✮✮ Auch mit seinem zweiten Soloalbum lässt King Buzzo auf einiges hoffen.

Wenn King Buzzo an einem Album beteiligt ist, sollte man sich gemeinhin auf etwas gefasst machen. Denn der 56-jährige Musiker, der mit bürgerlichem Namen Roger Osborne heißt, ist Mitbegründer der wahnwitzigen Band Melvins. Die hat sich seit 1983 schon in zahlreichen Genres ausgetobt (von Noise über Alternative Rock bis Sludge Metal) und das komplette Spektrum von massentauglich bis nahezu unhörbar abgedeckt.

Sein zweites Soloalbum „Gift Of Sacrifice“ (Ipecac/[PIAS]/Rough Trade ✮✮✮✮) ist indes geradezu zahm. Zusammen mit dem früheren Melvins-Livebassisten und Mr. Bungle-Mitglied Trevor Dunn nahm King Buzzo acht Songs und ein Intro auf. Die sollten bereits im Mai erscheinen, wurden aber aus den bekannten Gründen in den August verschoben.

Das Onlinemagazin Pitchfork hatte sein 2014er Solodebüt „This Machine Kills Artists“ einst mit folgenden Worten umschrieben: „ein erfrischender Hauch von unplugged Leck-mich-Folk“. Das trifft auch im Fall von „Gift Of Sacrifice“ den Nagel auf den Kopf. Die manchmal irrsinnige Stimme King Buzzos steht neben Akustik- oder E-Gitarre, Bass und Synthieklängen. Den Wahnwitz, für den beide Musiker bekannt sind, haben sie größtenteils im Griff: siehe „Housing, Luxury, Energy“ und „I‘m Glad I Could Help Out“. Aber in „Mock She“, in dessen Mittelpart es kurz jazzig wird, und vor allem in dem verstörenden Instrumental-Gezappel „Acoustic Junkie“ wehrt er sich erfolgreich.