James Yorkston: „The Route To The Harmonium“ (Domino): Gewebt aus purem Genie

CD-Tipp : Singer/Songwritertum auf dem höchstem Niveau

✮✮✮✮✮ James Yorkston: „The Route To The Harmonium“ (Domino): Gewebt aus purem Genie

Unter den geschätzten Schotten-Folkies ist James Yorkston neben Alasdair Roberts der beste – und beständigste. Seit dem Bahn brechenden Debüt „Moving Up Country“ (2002) hat der Mann sehr viel Hochkarätiges, zutiefst Herz erwärmendes erschaffen. Zugleich war ihm stets der neugierige Blick zur Seite wichtig. So überzeugte zuletzt die Zusammenarbeit mit dem britischen Bassisten Jon Thorne und dem indischen Geiger Suhail Yusuf.

Nun ist Yorkston in der Abgeschiedenheit seines Heimatdorfes wieder seinem ursprünglichen Pfad gefolgt: fein gepicktem, wundersamem, Melodie seligem Flüster-Folk – wie stets köstlich koloriert mit Streichern, Bläsern, Flöte, Akkordeon und Piano. Bisweilen wird sein Vortrag mit großer Dringlichkeit aufgeladen, dann schlingert und rotiert das sanfte Treiben, verdichtet sich, braust emotional auf.

„The Route To The Harmonium“ (Domino) startet mit einem sehr vertrauten, sanftmütigen „Your Beauty Could Not Save You“. „The Irish Wars Of Independence“ sprechsingt der Barde anschließend, um uns zwischendurch mit einem seiner patentiert bittersüßen Refrain in den Folk-Himmel zu entführen. Im weiteren Verlauf werden wie beiläufig jene beiden Sound-Brocken serviert und alles zusammen addiert sich zu einem Glücksfall ­höchster Singer/Songwriter-Kunst – gewebt aus purem Genie.

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