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Heavy-Metal-Urgesteine Black Sabbath veröffentlichen „Paranoid“ neu

Heavy-Metal : Black Sabbath feiern 50 Jahre Paranoid

✮✮✮✮✮✮ Zum Jubliäum wurde das zweite Album der Heavy-Metal-Urgesteine neu aufgelegt.

Der Musiker und Regisseur Rob Zombie hat einmal gesagt: „Jedes coole Riff ist bereits von Black Sabbath geschrieben worden. Man spielt es entweder schneller oder langsamer oder rückwärts, aber sie haben es zuerst geschrieben.“ An denkwürdigen Riffs ist „Paranoid“ (Sanctuary/BMG Rights Management/Warner), eines der legendären Werke der britischen Heavy Metal-Urgesteine Black Sabbath, alles andere als arm. Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums wurde das zweite Album von Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward neu aufgelegt – als Deluxe Box Set mit je vier CDs oder je fünf LPs.

„Paranoid“ wurde im Juni 1970 binnen sechs Tagen unter der Regie von Rodger Bain in London aufgenommen und kam am 18.09.1970 auf den Markt – nur acht Monate nach ihrem sensationellen Debüt „Black Sabbath“. Laut Judas Priest-Frontmann Rob Halford galten sie seinerzeit als „progressive Blues-Rock-Band“. Als solche eroberten sie auf der Insel mit „Paranoid“ die Spitze der Albumcharts; hierzulande sprang ein beachtlicher Rang zwei raus. Von den nur acht Songs könnte man ganz bequem die drei bekanntesten (und auch Live-Dauerbrenner) rauspicken: „Paranoid“, „War Pigs“ und „Iron Man“. Doch welcher Black Sabbath-Fan möchte freiwillig auf die restlichen Stücke, die geniale Ballade „Planet Caravan“, „Electric Funeral“, „Hand Of Doom“, das Instrumental „Rat Salad“ oder „Fairies Wear Boots“, verzichten? Black Sabbath ebneten mit diesen den Weg für ein Genre, das Doom getauft wurde und beeinflussten letztlich unzählige Bands. Bis auf das wilde, fast jazzige „Rat Salad“ wurde jeder dieser Songs unzählige Male gecovert – auch von renommierten Künstlern und auch von Künstlern außerhalb des Rock.

Black Sabbath – „Paranoid“. Foto: Sanctuary/BMG Rights Management/Warner

Die knapp drei Kilogramm schwere Vinylbox enthält das Originalalbum mit einem neuen Mastering aus dem Jahr 2012 und einem erstmals auf Vinyl erhältlichen 1974er Quadradisc-Stereo-Mix, einem damals modernen quadrophonischem Mix, eine Vorstufe zum heutigen Raumklang. Hinzukommen zwei auf drei Schallplatten verteilte Livemitschnitte von 1970 aus dem „Casino de Montreux“ in Montreux (eine rohe Produktion, der Gesang dominiert) und aus dem „Théâtre 140“ in Brüssel (leicht dumpfe, aber ausgewogenere Produktion). Der letztgenannte Auftritt vor einem frenetischen Publikum war fürs belgische Fernsehen.

Die Box enthält zudem etwas fürs Auge: einen Nachdruck des damaligen Tour-Programmhefts, ein riesiges Poster und ein 40-seitiges Hardcover-Buch mit Fotos, Zeitungsartikeln, einer Artwork-Galerie und sehr ausführlichen Liner Notes inklusive Interviews mit den einzelnen Bandmitgliedern.

Bei jeder Wiederveröffentlichung steht die Frage nach dem Mehrwert für den Fan im Raum. Diese Deluxe Box Sets sind sicherlich eine lohnenswerte Ergänzung zum heimischen Black Sabbath-Katalog.