H-Burns veröffentlicht mit Midlife drittes Album

CD-Tipp : Aus sonniger Melancholie rein in die Midlife-Crisis

✮✮✮✮✮ H-Burns: „Midlife“: Unschuldiger Indi-Rock mit nachdenklichen Tönen.

Renaud Brustlein und sein Projekt H-Burns darf als eines der bestbehütetsten Geheimnisse der Indie-Szene gelten. Schon die beiden Vorgänger „Knight Moves“ (2015) und „Kid, We Own The Summer“ (2017) überzeugten mit formidablen, unfassbar einnehmenden Songs – irgendwo zwischen Neil Young, Beck, R.E.M., Conor Oberst und Tindersticks.

Doch – hoppla – diese denkbar sonnigste Melancholie steckt nun in einer selbst ernannten “Midlife“-Crisis… Doch bezaubert sie darin nicht minder! Der nachdenkliche Titel-Song mit seiner memorablen Zeile „This is the passing of the time“ schreit förmlich nach Verwertung in einem Road Movie.

 „Crazy Ones“ wiederum ist eine wunderbar offensiv dargebotene Hommage an liebenswerte Verschrobenheit. Was auch im äußerst tollen Video-Clip (unbedingt ansehen!) kongenial vermittelt wird… Weitere Höhepunkte hat „Midlife“ (Vietnam/Because) im magischen Neil Young-Epos „Dreamchaser“, in der sinnlichen Eröffnung „Tigress“ und im lässig geklampften „Leaving“ mit den erstaunlichen Zeilen „‚I’ve been trying to leave you / but I don’t know where to start…“ .

Ach ja: Brustlein‘s völlig derangierte, selbstredend Augen zwinkernde Cover-Pose hat beinahe so viel Charme wie die vierzig schillernden Minuten der CD….

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