Dendemann präsentiert sein Album "Da nich für!".

CD-Kritik : Gefeiertes Comeback eines versierten Reimers

Dendemanns „Da nich für!“ überzeugt mit Wortspielen und präzisen Beobachtungen.

Die einen kennen Daniel Ebel noch als Mitglied der HipHop-Duos Eins, Zwo (1997-2003). Andere als Teil der Band in Jahn Böhmermanns TV-Show „Neo Magazin Royale“ (2015-16). Ebel ist der Rapper Dendemann, der 2006 sein Solodebüt „Die Pfütze des Eisbergs“ und 2010 dessen Nachfolger „Vom Vintage verweht“ veröffentlicht hatte.

Eine neun Jahre dauernde Pause einzulegen, ist im Popgeschäft der fast schon sichere Karriere-Tod. Aber Dendemann ist kein x-beliebiger Rapper, sondern ein smarter, versierter Reimer, dessen Texte voller Wortspiele stecken. Seine Karriere hat unter der Pause nicht gelitten. In den letzten Tagen waren in zahlreichen Print- und Onlinepublikationen Jubelarien auf Dendemanns Comeback-Album „da nich für!“ (Vertigo/Universal Music) zu lesen. Der allgemeinen Begeisterung kann man sich nur anschließen. Mit prominenter Unterstützung – Casper („Alle Jubilare Wieder“), Teutilla alias Beatsteaks-Frontmann Arnim-Teutoburg-Weiß („Zeitumstellung“), den ­Beginnern („Bgstrng“) und Trettmann („Littbarski“) – spielt Dendemann all seine Stärken aus. Der präzise beobachtende Rapper ist in seinem Element, kritisiert das moderne Leben („Müde“, „Menschine“) und wird politisch („Zeitumstellung“). Wer sich in letzter Zeit um den deutschen Hiphop berechtigte Sorgen machte, kann dank „da nich für!“ erst mal erleichtert durchatmen. Es gibt noch essentielle Alben - und bekennende Fans von Heinz Erhardt („Nochn Gedicht“). kfb

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