Debüt von Lusitanian Ghosts und eine Solo-CD von O Gajo.

Zwischen Pop und Folk : Abgeklärte Saiten-Herrlichkeit aus Portugal

Das Debüt von Lusitanian Ghosts und ein Solowerk von O Gajo.

Dass Portugal musikalisch weit mehr zu bieten hat als melancholische Fado-Klänge war nicht mehr zu beweisen. Auch nicht, dass die landestypische Vielfalt an Saiteninstrumenten übliche Maßstäbe übersteigt. Die sechs Lusitanian Ghosts spielen neben akustischen und elektrischen Gitarren auch diverse Bratschen, eine Nyckelharpa und den Bass. Ein Schlagzeug sorgt bisweilen für Druck, ein Piano für perlende Leichtigkeit, im Grunde aber wird dieses unbetitelte Debüt (Lusitanian Music/Broken Silence ✮✮✮✮) dominiert von wunderbar abgeklärter Saiten-Herrlichkeit. Stimmlich gemahnen sowohl Neil Leyton als auch Micke Ghost an die großen, souverän sensiblen Vokal-Helden der Pop-Historie: Billy MacKenzie (The Associates), Lloyd Cole, Martin Frey (ABC). Auch die Songs sind stimmig. Und so könnte das köstliche „LaLaLaLaLa“ im „Outro“ gerne ewig weiter gehen…

Foto: PopUp Records

Mit „Lisbon Express“ (European Phonographic/Broken Silence✮✮✮✮✮) erscheint gleichzeitig ein Solo-Werk des Lusitanian Ghosts-Mitgliedes Joao Morais alias O Gajo. Womöglich braucht es ein paar Durchläufe um der Magie dieses so spartanischen wie virtuosen Folk-Reigens zu verfallen. Dann aber genügen fünf Saiten und ein bisschen Geklopfe für die Entfaltung eines faszinierenden, tatsächlich sogar Reeperbahn-Festival-erprobten Soges…