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Daniel Kahn hat russische Musik auf seine eigene Art interpretiert.

Daniel Kahn ehrt Bulat Okudschawa : Eine Hommage an den russischen Leonard Cohen

✮✮✮✮✮ Daniel Kahn ehrt Bulat Okudschawa auf betörende und vortreffliche Weise.

Die wenigsten werden Bulat Okudschawa kennen. Für die Sowjetunion war der 1997 verstorbene Barde aus Moskau eine Legende wie Bob Dylan und Leonard Cohen für die westliche Welt. Seine Songs, Romane und Gedichte werden bis heute im Russischunterricht analysiert. Daniel Kahn, der aus Detroit stammende, in Berlin lebende Singer/Songwriter mit jüdischen Wurzeln stolperte eher zufällig auf Okudschawa, doch war er sofort zutiefst angetan von der Musik. Die sowohl textliche als auch musikalische Nähe zum Kanadier Cohen fand Kahn faszinierend. Daher wollte er die Lieder ins Englische übersetzen und sie ganz im Geiste seines Schöpfers interpretieren, aber auch mit eigenem Charisma versehen. Beides ist ihm hier vortrefflich gelungen.

 tr-musik FKA Twigs Magdalene Cover
tr-musik FKA Twigs Magdalene Cover Foto: Indigo

„Bulat Songs“ (Oriente Musik/FMS) verströmt Genie, Charme und Wärme – und zieht vom ersten Ton an in den Bann. An seiner Seite hat der Akkordeonist, Gitarrist und Sänger Kahn mit Vanya Zhuk spürbar einen Bruder im Geiste, der ihm auf einer sieben-saitigen Gitarre famos zuspielt. Vieles findet in seiner Intensität und Melodieführung tatsächlich nur mit Cohen seinesgleichen. Bisweilen schaut aber auch Tom Waits grummelnd um die Ecke. Trotz unterschiedlichster Temperamente sind die 13 „Bulat Songs“ wie aus einem Guss. Ein adventlich großes Werk.