Neues von Bon Iver, Violent Femmes und The S.L.P.: CD-Player

Neues von Bon Iver, Violent Femmes und The S.L.P. : CD-Player

The S.L.P. (✮✮✮) haben ihr Debüt veröffentlicht. Bon Iver (✮✮) enttäuscht und Violent Femmes (✮✮✮✮✮) brilliert.

✮✮ Bon Iver „i,i“ (Jagjaguwar/Cargo): Heute ist der Folker Justin Vernon Experimentalmusiker, der den Folk leider meist weit hinter sich lässt. Das ist die eine große Enttäuschung in Bezug auf „i,i“, dem vierten Album seines Projekts Bon Iver. Hinzu kommt, dass dessen Anfang so irritierend ist, manch ein Fan von früher wird vielleicht vorschnell die Lust daran verlieren. „Hey, Ma“, erinnert noch am ehesten an den alten Bon Iver-Sound. Der Rest nervt wegen schwer erkennbarer Songstrukturen im Minimal-Electro-Dschungel und zu viel Auto-Tune-Effekt.

✮✮✮✮✮ Violent Femmes: „Hotel Last Ressort“ (PIAS/Rough Trade): Diese Karriere begann 1983 wahrlich fulminant. Das selbstbetitelte Debüt blieb legendär, ein Folgealbum („Hollow Ground“) hielt mit. Es folgten magere Jahre. Mit Werk 10 finden Brian Ritchie und Gordon Gano nun endlich zu neuem alten Schwung. Es rumpelt, schrabbelt und schlingert so köstlich wie dereinst, als aus den denkbar staubigsten Ritzen von Country, Blues, Punk und Rock’n’Roll genialisch Rustikales gekratzt wurde. Top-Schmankerl: Tom Verlaine als Gast und ein Klarinetten-Solo!

✮✮✮ The S.L.P. „The S.L.P.“ (Columbia Records/Sony Music): Sergio Pizzorno, Gitarrist und gelegentlicher Sänger bei Kasabian, vertreibt sich gerade solo die Zeit. Dafür hat er sich das Alter Ego The S.L.P. zugelegt. Im Mai und Juni erschienen vorab zwei Songs, die andeuteten, dass er solo einen musikalisch eigenwilligen Weg gehen würde. „The S.L.P.“ ist ein Potpourri aus verschiedenen Einflüssen – angefangen beim Kasabian-Rock über HipHop und Dancepop bis hin zum Folk. Es ist ein interessantes Album, das aber vermutlich eine kurze Halbwertszeit haben wird.

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