„Pets 2“ von Chris Renauld - mit Trailer

Über das heimliche Leben der Haustiere : Eine arg enttäuschende Fortsetzung

✮✮ „Pets 2“ ist ein Wiederaufguss der Animationsgeschichte mit wenig Substanz.

In dem Animationsfilm „Pets“ portraitierte Chris Renauld vor zwei Kinojahren eine Gruppe von Haustieren in New York, die sich pudelwohl in ihrem degenerierten Gefangenendasein fühlten.

Wenn die Besitzer morgens aus dem Haus gingen, begannen die agilen Vierbeiner wilde Partys zu feiern. Ein unfreiwilliger Ausflug in die große weite Welt Manhattans erforderte schließlich den vollen animalisch-solidarischen Einsatz. Der Film lebte vor allem vom genauen Studium tierischer Bewegungs- und Verhaltensweisen, welche die Animateure mit spielerischer Präzision in Szene setzen.

Das war ganz putzig, schrie aber nicht unbedingt nach einer Fortsetzung. Aber natürlich wollen die Illumination-Studios, dass sich das Kapital, das sie in die Entwicklung der animierten Figuren gesteckt haben, in einem Sequel ein zweites Mal amortisiert.

Gleich drei Handlungsstränge setzt Renauld nun in „Pets 2“ aufs Gleis, um das fehlende Innovationspotenzial des Wiederaufgusses zu kaschieren. Der neurotische Jack-Russell-Terrier Max sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert, als sein Besitzerin ein Kind bekommt und die Familie mit ihm die Ferien auf dem Bauernhof verbringt. Dort lernt Max von dem Macho-Schäferhund Rooster den eigenen tierischen Instinkten zu folgen und nachts den Mond anzuheulen. Derweil muss die Hundedame Gidget sich als Katze tarnen, um ein anvertrautes Lieblingsspielzeug aus einer überbevölkerten Wohnung voller Katzen zu retten. Auf einer dritten Erzählebene rettet das vermeintliche Superhelden-Kaninchen Snowball einen jungen Tiger vor dem gewaltsamen Zugriff eines finsteren Zirkusdirektors. Diese zusammen geschusterten Storys würden gerade einmal genug Handlungspotenzial für drei Zehn-Minüter im Vorabendprogramm bieten, werden hier jedoch ins abendfüllende Spielfilmformat zerdehnt. Auch die liebevolle Animaton der animalischen Charaktere kann das unfokussierten Vorhaben nicht retten. Hektische Schnitte forcieren zwar das Erzähltempo, aber nicht die narrative Sinnproduktion.

USA 2019, 86 Min.; Regie: Chris Renault, Jonathan del Val; Buch: Bryan Lynch; Musik: Alexandre
Duplat.

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