„Ich war noch niemals in New York“ von Philipp Stölzl - mit Trailer

Katharina Thalbach, Heike Makkatsch, Uwe Ochsenknecht und Moritz Bleibtreu auf Kreuzfahrt : Nur ein Fall für absolute Udo-Fans

✮✮✮ „Ich war noch niemals in New York“ von Philipp Stölzl: Durchwachsenes Musical.

Das 1982 von Michael Kunze komponierte Lied „Ich war noch niemals in New York“ ist auf ewig mit Udo Jürgens verbunden, ähnlich wie „Griechischer Wein“ und „Mit 66 Jahren“. Es ist ein Song der nagenden Sehnsüchte und unerfüllten Träume. 2007 feierte das gleichnamige Musical in Hamburg Premiere. Jetzt folgt die Filmversion, inszeniert von Philipp Stölzl.

Den Spießer des Liedes verlieren Bühnen- wie Film-Musical aus den Augen. Im Mittelpunkt stehen jetzt drei Paare, die auf einer Kreuzfahrt nach New York nach einigen Umwegen erst noch zueinander finden müssen. Es geht also um Liebe und Beziehungen, um die Bürde des Alters und Homosexualität. Und um Träume, die man sich gegen alle Widerstände erfüllen muss. Doch die Handlung dient hier nur als Aufhänger für die zahlreichen Lieder von Udo Jürgens. Man könnte einwenden, dass auch in US-amerikanischen Musicals das Geschehen häufig nur den Rahmen für spektakuläre Tanz- und Gesangsnummern bildet. Doch ein bisschen mehr Anspruch, Spannung und Stringenz hätten es schon sein dürfen. Die Lieder von Udo Jürgens werden immer dann gesungen, wenn sie sich halbwegs inhaltlich rechtfertigen lassen.

Da darf etwa „Griechischer Wein“ nicht fehlen, und zur Liebe im Alter passt natürlich „Mit 66 Jahren“. Die Schlager von Udo Jürgens sind hier das A und O. Wer sie nicht mag, sitzt im falschen Film. Darüber hinaus sind Präsenz und Berühmtheit der Schauspieler wichtiger als ihre Stimmen. Stilistisch gefällt sich Stölzl in einer bonbonfarbenen Ausstattung und grellem Kostümdesign, hellblaue und pinkfarbene Hemden zu weißen Hosen – so sehen hier die Männer aus, bei den Frauen wirken die Farben abgestimmter. Fazit: Ein paar nette Ideen, viel Oberflächlichkeit, das Vergnügen hält sich in Grenzen.

D/Öst. 2019, 129 Min.; Regie: Philipp Stölzl;Buch: Stölzl, Alexander Dydyna; Kamera: Thomas W. Kiennast; Musik: Christoph Israel, Udo Jürgens; Besetzung: Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu, Katharina Thalbach. Uwe Ochsenknecht.

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