Filmkritik zu „Killerman“ von Malik Bader - mit Trailer

Liam Hemsworth als Amnesie-Patient und rachenegel : „Killerman“ von Malik Bader ist nur ein fader Thriller

Dem australischen Schauspieler Liam Hemsworth ist es zumindest in Hollywood nicht gelungen, aus dem Schatten seines großen Bruders Chris heraus zu treten. Aber jetzt will der jüngere Hemsworth auch endlich einmal zeigen, dass er ein ganzer Kerl ist.

In Malik Baders „Killerman“ (★★) spielt er den Diamantenhändler Moe, der sich als Geldwäscher für die Drogenmafia ein lukratives Zubrot verdient. In Umzugskartons schleppen die Mobster die Geldpakete an, die Moe in kleinen Portionen in Goldbarren eintauscht, um diese dann in legale Kontogutschriften zu verwandeln. Als er mit seinem Kumpel Skunk (Emory Cohen) eine Geldlieferung für einen eigenen Kokain-Deal ausleiht, endet das Geschäft im Fiasko.

Fortan haben die beiden nicht nur korrupte Cops und Mafia am Hals. Bei einem Unfall verliert Moe auch noch sein Gedächtnis und kann sich nicht mehr an seine kriminelle Existenz erinnern. Amnesie ist im Kino ja ein beliebtes Krankheitsbild. In „Killerman“ ist das verlorene Gedächtnis des Helden jedoch nur ein hektisch herbei geschafftes Plotinstrument, das schon bald wieder – nun ja – in Vergessenheit gerät. Ohne jede Schlüssigkeit holpert die Handlung von einer Verfolgungsjagd zur nächsten und flüchtet sich schließlich in brutale Folterszenen.

Liam Hemsworth scheitert hier sowohl als weinerlicher Amnesie-Patient wie als beinharter Racheheld auf fast schon bemitleidenswerte Weise. Durch harte Schnitte, wackelige Kamera und ausgebleichte Farben versucht Regisseur und Drehbuchautor Malik Bader vergeblich, der Angelegenheit eine originelle Textur zu verleihen. Das kann jedoch nicht einmal im Ansatz über den narrativen Nonsens dieses faden Action-Thrillers hinwegtäuschen.

USA 2019, 109 Min.; Regie und Buch: Malik Bader; Kamera: Ken Seng; Musik: Julian DeMarre, Heiko Maile; Besetzung: Liam Hemsworth, Emory Cohen, Diane Guerrero, Mike Moh.

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