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Filmhund Lassie ist erneut auf der großen Leinwand zu sehen.

Tierisches Vergnügen : Großes, konvetionelles Familienkino

✮✮✮✮ „Lassie“ von Hanno Olderdissen: Ein Kinderfilm, der auch Erwachsenen Freude macht.

Der treue Collie Lassie ist nicht nur seinem jungen Besitzer eng verbunden, sondern vor allem auch dem Film- und Fernsehgeschäft. Bereits drei Jahre nach dem Erscheinen von Eric Knights Erfolgsroman war der gewiefte Hund 1943 zum ersten Mal auf der Leinwand zu sehen und brachte es auf sechs weitere Filme. Danach wurde die Baby-Boomer-Generation von 1954-73 mit einer Lassie-Serie bespaßt, die ihr Revier tapfer gegen tierische Konkurrenten wie „Flipper“ und „Skippy, das Buschkänguru“ verteidigte.

Nun ist der unverwüstliche Collie in einer deutschen Version wieder da. Regisseur Hanno Olderdissen hat die Angelegenheit den deutschen Gegenwartsverhältnissen angepasst: Die Eltern sind nun beide berufstätig, kümmern sich gleichberechtigt liebevoll um Sohn Florian (Niko Marischka) und die hochschwangere Mutter (Anna Maria Mühe) stellt sich beim Regale aufbauen deutlich geschickter an als der Vater (Sebastian Bezzel). Letzterer ist gerade arbeitslos geworden, weil die Glasbläserhütte des Grafen von Sprengel (Matthias Habich) bankrott gegangen ist. Die Familie hat ihr Haus verloren und gerade eine kleinere Mietwohnung bezogen. Aber die garstige Vermieterin will keine Hunde im Haus und so kommt die geliebte Lassie beim ehemaligen Chef in Pflege. Abwicklungsgeschäfte führen dazu, dass Graf, Hund und Enkelin (Bella Bading) aus der süddeutschen Kleinstadt an die Nordseeküste reisen müssen, wo der treue Collie vor Sehnsucht nach Herrchen und Heimat zergeht und daher ausbüchst. Auf eigener Pfote macht sich das Tier mit erstaunlichen Navigationsfähigkeiten auf den langen, abenteuerlichen Heimweg quer durch Deutschland.

Olderdissen, der in Werken wie „Rock My Heart“ (2017) und „Wendy 2“ (2019) bereits die enge Beziehung zwischen Kind und Pferd erkundete, lässt kein Auge trocken. Trotz aller Modernisierungen bleibt der kitschige Kern der Geschichte unangetastet. Das emotionale Auf und Ab wird gründlich ausgekostet. Ein Hochglanz-Kinderfilm, der mit omnipräsenter Filmmusik das junge Publikum fest bei der Hand nimmt, aber durch seine professionelle Machart und solide schauspielerische Leistungen durchaus zu überzeugen versteht. Geradezu schwelgerisch sind die Landschaftsaufnahmen von saftigen Wiesen, malerischen Bergschluchten und weiten Getreideflächen, durch die sich der Langhaarcollie bewegt. Großes, konventionelles, deutsches Familienkino, das vielleicht nicht nur minderjährigen Hundebesitzern zu Herzen gehen wird.

Deutschland 2020, 100 min; Cinestar (Sb); Regie: Hanno Olderdissen; Buch: Jane Ainscough, Eric Knight; Darsteller: Niko Marischka, Anna Maria Mühe, Sebastian Bezzel.