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Elizabeth Banks bringt den Actionfilm wieder auf die Kinoleinwand

Drei Engel für Charlie : So schön kann weibliche Überlegenheit sein

★★★★ „3 Engel für Charlie“ von und mit Elizabeth Banks: Ein genussvoller Actionkracher mit starker Besetzung.

Die TV-Serie „3 Engel für Charlie“ erlangte in den 70er-Jahren weltweiten Kultstatus, weil es die Macher bestens verstanden, die damalige feministische Emanzipationsbewegung aufzugreifen und hemmungslos zu kommerzialisieren. Mit okkulten Haarmähnen, chicken Outfits und coolen Karate-Moves ermittelten die privaten Geheimdienstlerinnen und konnten sich darauf verlassen, dass ihre männlichen Gegenüber sie stets unterschätzten.

Im Boom des Lifestyle-Recyclings der 2000er wurde die Serie mit Drew Barrymoore, Cameron Diaz und Lucy Lui für die Leinwand adaptiert und zu einem Frauen-Action-Film im Musikvideoformat ausgebaut. Nun macht die Schauspielerin Elisabeth Banks in ihrer zweiten Regiearbeit den Stoff fürs Me-Too-Zeitalter flott.

Das gelingt am Anfang ziemlich gut, als die Engel einen Finanzbetrüger auffliegen lassen, der die Blondine im Cocktail-Kleid fahrlässig unterschätzt. „Ich glaube Frauen können einfach alles“ sagt diese. „Nur weil sie es können, heißt es nicht, dass sie es sollten“ antwortet er in geübter Ignoranz, was der Undercover-Agentin ein müdes Lächeln entlockt. Wenige Sekunden später sehen sich der Geschäftsmann und seine Entourage einer weiblichen Übermacht gegenüber, die sie nach allen Regeln der Kampfkunst verprügelt, die Beweisstücke sichert und sich nach vollbrachter Tat lässig an der Außenfassade des Hotelhochhauses abseilt.

Mittlerweile hat sich die dreiköpfige Engel-Agentur nämlich zu einem globalen Agentinnen-Netzwerk ausgeweitet, dessen langjähriger Leiter (Patrick Stewart) gerade in den Ruhestand entlassen und durch eine kompetente Kollegin (Elisabeth Banks) ersetzt wird.

Alle Zeichen stehen stehen hier auf „female empowerment“ und dieser frische Geist treibt auch einen müden Plot an, der direkt aus dem Genre-Handbuch kommt. Ein Hamburger Unternehmen hat mit zauberwürfelähnlichem Gerät den Durchbruch zur emissionslosen Energiegewinnung geschafft. Aber wie die Miterfinderin Elena (Naomi Scott) herausgefunden hat, kann das Gerät auch als Mordwaffe benutzt werden. Im Verein mit den versierten Engel-Agentinnen Sabina (Kristen Stewart) und Jane (Ella Balinska) versucht sie den Verkauf der Erfindung an finstere Gesellen zu verhindern.

Autoverfolgungsjagd, ausufernde Schießereien, ansehnliche Explosionen und ein Einbruch ins hochgesicherte Firmenhauptquartier – Banks spielt auf der bewährten Klaviatur des Genres. Dabei werden die Action-Szenen auch gerne mit einem ironischen Augenzwinkern versehen, etwa wenn Sabina im pinkfarbenen Jockey-Anzug zu Pferde die Verfolgung der Finstermänner aufnimmt.

Mit der fabelhaften Kristen Stewart, die immer wieder wie ein Feuerwerkskörper durch den Film schießt, und der überzeugenden Newcomerin Ella Balinska feiert der Film genussvoll, entspannt und ohne feministisches Pathos die weibliche Überlegenheit in der männerdominierten Domäne des Action-Films ab. Da schaut man gerne zu.

USA 2019, 119 Min.; Regie und Buch: Elizabeth Banks; Kamera: Bill Pope; Musik: Brian Tyler; Besetzung: Kristen Stewart, Naomi Scott, Ella Balinska, Elizabeth Banks, Patrick Stewart.