Doku über zweifelhaften Influencer: Doku „Lord of the Toys“ läuft jetzt im Filmhaus

Doku über zweifelhaften Influencer : Doku „Lord of the Toys“ läuft jetzt im Filmhaus

Das Saarbrücker Filmhaus zeigt von Sonntag bis Dienstag die Dokumentation „Lord of the Toys“ von Pablo Ben Yakov (Deutschland 2018, 96 Min.).

Max „Adlersson“ Herzberg aus Dresden, so heißt es aus dem Filmhaus, „hat entschieden, sein Leben nicht mit Arbeit zu verbringen. Seitdem referiert er über Messer und alle möglichen andere Produkte, öffnet Gangsta-Rap-Fanboxen, erzählt von sich selbst, besäuft sich in aller Öffentlichkeit, pöbelt und grölt herum, erniedrigt Schwächere, reißt derbe Witze und testet jede Grenze aus, die er sieht.“

Max ist YouTuber und lebt davon. Die meisten seiner Freunde haben eigene Kanäle auf YouTube und Instagram, einige sogar recht erfolgreich. Max und seine Clique sind zweifelhafte Vorbilder, aber sicherlich Prominente ihrer Generation mit mehr als 300.000 aktiven Fans. Ist Max ein gewaltverherrlichender Influencer mit rechten Tendenzen oder ein gewöhnlicher Heranwachsender auf der Suche nach Halt und Identität? Womöglich ist er beides, wahrscheinlich ohne sich dessen allzu bewusst zu sein.

„Lord of the Toys“ begleitet Max und seine Clique einen Sommer lang und hinterlässt ein dystopisches Bild der ersten Generation junger Erwachsener, die ein Leben ohne Internet, YouTube und Instagram nicht kennen.

Die Fachzeitschrift „Filmdienst“ urteilt: „Der clever montierte und von einer kraftvollen Toncollage getragene Film deckt eine Parallelwelt aus spätpubertärer Langeweile und geistiger Ödnis, Verwirrung und Infantilität auf. Er macht deutlich, dass es ein weiter Weg sein wird von der Deradikalisierung dieser verlorenen Jugend zu ihrer Rehumanisierung.“

Am Sonntag, 23. Juni, 18 Uhr, kommen Regisseur Pablo Ben Yakov und Autor Andre Krummel zur Vorstellung ins Filmhaus.

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