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Der Film „Sunburned“ von Carolina Hellsgard läuft neu in den Kinos

Neu im Kino : Am heißen Strand prallen Welten aufeinander

✮✮✮ Neu im Kino: „Sunburned“ von Carolina Hellsgard: Sommerferien einmal ganz anders.

Die 13-jährige Claire (Zita Gaier) ist in den Sommerferien mit ihrer Mutter Sophie (Sabine Timoteo) und der älteren Schwester Zoe (Nicolais Borger) nach Andalusien ans Meer gefahren. Die Mutter faulenzt und flirtet am Pool, lässt ihre Töchter an der langen Leine. Denkt wohl, dass sie allein klar kommen. Zoe geht ebenfalls ihren eigenen Weg, hat schon bald ein Auge auf einen Jungen geworfen. So ist Claire auf sich alleine gestellt, wirkt verunsichert. Als sie den jungen senegalesischen Strandverkäufer Amram (Gedion Oduor Wekesa) kennen lernt, versucht sie, ihm zu helfen. Doch das wird gefährlich.

In hellen, oft überstrahlten, manchmal milchig-blauen Bildern erzählt „Sunburned“ nicht nur vom schwierigen Prozess des Erwachsenwerdens, sondern auch von Flucht, Migration und Armut. In dem Drama, das beim Ophüls-Festival im Januar lief, prallen Welten aufeinander: Hier die Erholung und Kurzweil suchenden Touristen, dort Menschen, die ums Überleben kämpfen. Claire und Amram sind Gefangene. Sie stecken in ihren jeweiligen Situationen fest, fühlen sich einsam, sehen keine Perspektive.

Die Schwedin Carolina Hellsgard, die in Berlin lebt, war bereits 2019 mit ihrem zweiten Spielfilm „Endzeit“, einer Zombie-Apokalypse, im Ophüls-Wettbewerb dabei. Mit „Sunburned“ legt sie einen eher ruhigen Film vor, mit präzisen Beobachtungen und mit Melancholie sowie einem offenen Ende, das nachdenklich macht.

D/NL/Polen 2019, 94 Min., Camera Zwo (Sb); Regie und Buch: Carolina Hellsgard; Kamera: Wojciech Staron; Musik: Alex Simu; Besetzung: Zita Gaier, Gedion Oduor Wekesa, Sabine Timoteo, Nicolais Borger.