„Berlin, I Love You“ mit Keira Knightley - mit Trailer

Liebeserklärung an Berlin : Wie mit Jetlag durch lauter hohle Kulissen

✮✮„Berlin, I Love You“ ist ein misslungener Kurzfilm-Reigen verschiedener Regisseure.

Wenn bei einem neuen Film mehr über seine Entstehung als über den Inhalt gesprochen wird, dann deutet das auf gehörige Probleme hin. Bei der Berlinale wurde „Berlin, I Love You“ abgelehnt, weil er, so Festivalchef Kosslick, „einfach grottenschlecht ist“. Inszeniert wurden die verschiedenen Kurzfilm-Teile, die mit vielen Stars besetzt sind, unter anderem von Dani Levy („Alles auf Zucker“), Dennis Gansel („Die Welle“) und Peter Chelsom („Hector Reise oder die Suche nach dem Glück“).

Doch unter anderem eine unglückliche Feminismus-Episode mit Veronica Ferres als schnodderige Waschsalon-Besitzerin zeigt, was alles nicht stimmt mit „Berlin, I Love You“: Die Dialoge, mit denen ein Filmregisseur kritisiert wird, der mit jungen Schauspielerinnen schläft,  bevor sie einen Vertrag bekommen, geraten platt; eine kurz darauf folgende Party sieht aus wie in einer Vorabendserie und etwas Neues zu sagen, hat die Szene auch nicht.

Neben misslungenen Einzelepisoden fehlt aber auch dem vollständigen Film das Gespür für den Reiz der Hauptstadt. Pflichtschuldig wird in Schwarz-Weiß-Animationen die Zeit des Mauerbaus abgearbeitet. Doch die Faszination Berlins bleibt spröde, die Zuschauer fühlen sich wie Reisende, die mit Jetlag durch hohle Kulissen tapsen. Fazit: Ein komplett verzichtbarer Film.

Mehr von Saarbrücker Zeitung