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Ausstellung „Afrika – Im Blick der Fotografen“ in der Völklinger Hütte

Völklinger Hütte : Überraschender Blick auf einen Kontinent

Im Weltkulturerbe Völklinger Hütte läuft die Ausstellung „Afrika – Im Blick der Fotografen“.

Der marokkanische Künstler Yoriyas zeigt in seinem Projekt „Casablanca Not the Movie“ seine Heimatstadt Casablanca jenseits des berühmten Hollywood-Films und von Touristen-Führern sowie orientalistischen Fantasien. Einige der Arbeiten des mehrfach ausgezeichneten Fotografen sind derzeit im Weltkulturerbe Völklinger Hütte zu sehen. Sie sind Teil der neuen Ausstellung „Afrika – Im Blick der Fotografen“, die bis 1. November einen facettenreichen und vielleicht auch überraschenden Blick auf die Kultur des Kontinents werfen möchte.

Die 43 Arbeiten von neun Fotografen sind laut Veranstalter geprägt durch „eine interne Perspektive und ein künstlerischer Blick afrikanischer Künstler auf ihre Heimatregionen. Sie erzählen vom Alltag in den Städten, von Industrie, den Spuren der Vergangenheit und von Pop-Kultur.“

So geht es in den Werken von Fethi Sahraoui nur auf den ersten Blick um Fußball. Seine Serie „Stadiumphilia“ zeigt besonders die Kinder in den algerischen Stadien. Eigentlich dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht ohne Aufsicht eines Erwachsenen dort hin. Doch laut Fethi Sahraoui kommen de facto auch 14-Jährige ohne Kontrolle durch die Tore. Für diese Jugendlichen sei das Fußballstadion daher ein Schlupfloch, das ihnen erlaube, dem Druck der Gesellschaft zu entfliehen.

Die Ausstellung umfasst auch zwei Werke von Osborne Macharia, der durch seine Foto-Serie für den Oscar-prämierten Film „Black Panther“ bekannt ist. Fabrice Monteiro ist dagegen zu verschmutzten Orten des Kontinents gefahren und hat eine Fotoserie mit mythisch anmutenden Figuren geschaffen. Zudem entdeckt Léonard Pongo im Kongo das „Unheimliche“ im Sinne Sigmund Freuds. Alice Mann porträtiert die weibliche Subkultur des Formations-Tanzes in weniger privilegierten Gesellschaften Südafrikas. Der Fotograf Kibuuka Mukisa Oscar feiert die positive Lebensenergie der Breakdance-Kultur in Uganda. Omar Victor Diop porträtiert Menschen aus der urbanen afrikanischen Kultur-Szene.

Ilan Godfrey beschäftigt sich dagegen mit dem Erbe des Bergbaus in Südafrika. Gerade seine Arbeiten erhalten im Weltkulturerbe laut den Veranstaltern eine zusätzliche Dimension. „Denn die Wände in der Möllerhalle der Völklinger Hütte sind nicht weiß, sondern sie haben selbst eine Geschichte.“ Hier wurden die Materialien für den Hochofen-Prozess gelagert.

Die großformatigen Fotografien, wie diese Schwarzweiß-Aufnahme einer gebannten Menschenmenge beim Fußball, haben mal mehr dokumentarischen und mal mehr künstlerischen Charakter. Foto: Thomas Reinhardt
Prächtige Farben: Ein starkes Bild zum Thema Mode. Foto: Thomas Reinhardt

www.voelklinger-huette.org