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Schlechter Grip und neue Vorschriften
Schlechter Grip und neue Vorschriften

In Deutschland gelt seit diesem Jahr  verbindliche Mindestanforderungen an die Leistungsfähigkeit von Winterreifen.
In Deutschland gelt seit diesem Jahr verbindliche Mindestanforderungen an die Leistungsfähigkeit von Winterreifen. FOTO: industrieblick - Fotolia / fotolia/industrieblick
Winterreifen bringen in der Zeit von Oktober bis Ostern ein deutliches Plus an Fahrsicherheit. Aber: „Überalterte Reifen können vor allem bei Nässe und Schnee einen erheblich schlechteren Grip aufweisen“, warnt Thomas Salzinger von TÜV SÜD. red

Grundsätzlich unterliegen Reifen einem natürlichen Alterungsprozess, der zur Veränderung der Reifeneigenschaften führt. Mit alten Pneus droht Autofahrern eine gefährliche Rutschpartie. „Dann nützen selbst Profiltiefen von mehreren Millimetern wenig“, gibt Salzinger zu bedenken. „Reifen mit guter Haftung hingegen erhöhen die Fahrstabilität, verkürzen den Bremsweg und vermindern die Schleudergefahr.“


In Deutschland sind Winterpneus auf winterlichen Straßen zwingend vorgeschrieben, also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Als Winterreifen galten bislang alle M+S-Reifen. Auch Ganzjahresreifen mit M+S-Zeichen waren erlaubt. Seit 1. Januar 2018 gelten neue Bestimmungen.
Als Winterreifen sind nur noch Pneus gestattet, die das sogenannte Alpine-Symbol auf der Reifenflanke zeigen, ein stilisierter Berg mit 3 Gipfeln, der eine Schneeflocke umfasst. „Damit werden erstmals verbindliche Mindestanforderungen an die Leistungsfähigkeit von Winterreifen bei schneebedeckten Straßen festgelegt“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann: „Das Alpine-Symbol wird damit zum Erkennungsmerkmal für echte Winterreifen.“ M+S Reifen, die bis zum 31. Dezember dieses Jahres hergestellt wurden, dürfen bis 30. September 2024 weiterverwendet werden.
Mit der Neuregelung wird künftig auch der Halter zur Verantwortung gezogen, wenn er zulässt oder sogar anordnet, dass sein Fahrzeug bei Schnee oder Glatteis ohne Winterreifen unterwegs ist. Dafür ist nun eine Regelgeldbuße von 75 Euro vorgesehen.
⇥red/TÜV Süd