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Zwischen Kreta, Korfu und Kos

Reisende können die Melissani-Grotte, ein beliebtes Ziel auf der größten Ionischen Insel Kefalonia, auf Bootsausflügen erkunden. Foto: Region of Ionian Islands/dpa
Reisende können die Melissani-Grotte, ein beliebtes Ziel auf der größten Ionischen Insel Kefalonia, auf Bootsausflügen erkunden. Foto: Region of Ionian Islands/dpa FOTO: Region of Ionian Islands/dpa
Kreta/Rhodos. Griechenland ist als Reiseziel beliebt wie nie. Doch die riesige Auswahl an Inseln macht die Entscheidung schwer. Philipp Laage

Mehr als 3000 Inseln und Inselchen gibt es in Griechenland, sie machen fast ein Fünftel der Landesfläche aus. Und sie bieten Sommerurlaub für jeden Geschmack. Soll es einer der Klassiker sein: Kreta, Rhodos, Kos oder Korfu? Romantischer Urlaub auf Santorin? Oder doch eher Party auf Mykonos? Ein Überblick hilft Einsteigern bei der Wahl der passenden Insel.

Die größte Insel Griechenlands ist ein Alleskönner. Kreta bietet seinen Besuchern schöne Strände, jede Menge Kultur wie den über 3000 Jahre alten Palast von Knossos und hübsche Hafenstädte, beispielsweise Chania und Rethymnon. Im Hinterland mit seinen Bergdörfern laufen Schafe und Ziegen über die Straße. Urtümliche Kafenios, das sind traditionelle griechische Kaffeehäuser, laden zu einer Rast ein. Während der Norden sehr touristisch ist, bietet die Südküste einsamere Flecken. Wer die Vielfalt der Insel erkunden will, nimmt sich am besten einen Mietwagen.

Rhodos ist die touristische Nummer zwei, entsprechend groß ist auch hier das Hotelangebot. Das Urlaubszentrum an der Ostküste ist Faliraki. Die Insel zeichnet sich durch ihr extrem sonniges Wetter aus, in den Sommermonaten regnet es hier praktisch kaum. Urlauber müssen sich also keine Sorgen um ihre Bräune machen. Nur am Strand zu liegen wäre allerdings verschenkte Zeit. So lockt die Stadt Rhodos als Unesco-Weltkulturerbe, historisch interessierte Touristen zieht es außerdem in die Orte Monolithos, Kameiros oder zur Akropolis von Lindos.

Kos in der östlichen Ägäis wurde erst in den 1980er Jahren zu einem Touristenziel und ist mit Abstand die kleinste der vier Hauptinseln in Griechenland. Aufgrund ihres breiten Hotelangebots und ihrer kilometerlangen Strände fühlen sich dort vor allem Familien wohl. "Kreta ist wild, Kos ist friedlich", sagt der Reiseschriftsteller und Griechenland-Experte Klaus Bötig. Doch was zeichnet Kos besonders aus? Nach Ansicht von Bötig sind es die Bewohner."Die Insel ist klein und die Berge sind niedrig. Die Menschen sind sehr gelassen und es gibt intakte Familienstrukturen." Kos ist allerdings etwas karger als die Inseln weiter im Westen, wenngleich auch das seinen Reiz haben kann.

Korfu und die anderen Ionischen Inseln liegen nicht in der Ägäis, sondern auf Griechenlands Westseite. "Korfu ist regenreicher und weniger von Sonne und Meer geprägt", sagt Karavás. Das macht die Insel im Gegensatz zu Kreta und Rhodos besonders grün. Badeurlauber finden tolle Buchten, die Altstadt von Korfu-Stadt ist Unesco-Weltkulturerbe. Korfu hat außerdem eine lange Tourismustradition. "Schon Kaiser Wilhelm II. hatte dort ein kleines Schlösschen", erzählt Bötig. Andere Ionische Inseln sind zum Beispiel Lefkada, Kefalonia, Ithaka und Zakynthos. Lefkada hat durch eine Brücke Anschluss an das Festland und ist so besonders für Wohnmobil-Urlauber geeignet. "Nach Korfu ist es die interessanteste der Ionischen Inseln", bilanziert Bötig.

Santorin ist Griechenlands Trauminsel und wirkt fast wie eine Filmkulisse: weiße Häuser auf einem Kraterrand, der steil zum Meer abfällt. Massenhotels gibt es hier so gut wie keine, dafür viele Villen mit einem Blick auf den Krater, die schnell mal mehrere hundert Euro pro Nacht kosten können. Doch abschreckend scheint das nicht zu sein: Die Nachfrage ist genauso hoch wie die Preise. Von Deutschland aus gibt es direkte Charter-Flüge auf das kleine Eiland der Inselgruppe Kykladen. Und im Hochsommer sind die Hauptorte von Kreuzfahrt-Touristen überlaufen.

Mykonos ist neben Santorin die zweite "Promi-Insel", allerdings deutlich moderner und weniger romantisch als die Schwester. "Mykonos ist eigentlich eine langweilige Insel", kritisiert Bötig. Zwar sei der Hauptort traumhaft schön, doch ansonsten habe die Insel im Gegensatz zum beliebten Flitterwochen-Ziel Santorin nicht wirklich viel zu bieten - und noch dazu ist sie sehr teuer. "Wer bereit ist, für sein Bier den dreifachen Preis zu zahlen, wird von Mykonos nicht enttäuscht sein."

Die griechische Insel Santorin ist für ihre weißen Häuser auf den Vulkanfelsen berühmt – diese Popularität hat aber auch ihren Preis. Foto: Laage/dpa
Die griechische Insel Santorin ist für ihre weißen Häuser auf den Vulkanfelsen berühmt – diese Popularität hat aber auch ihren Preis. Foto: Laage/dpa FOTO: Laage/dpa