Touristen müssen in vielen Urlaubsorten mit zusätzlichen Kosten rechnen

Gebühren im Urlaub : Touristen müssen mit zusätzlichen Kosten rechnen

Anreise, Unterkunft, Verpflegung: Eine Urlaubsreise kostet Geld. Was dabei oft vergessen wird, ist die Gebühr vor Ort. Immer mehr Städte, Regionen und Länder kassieren eine Abgabe von Besuchern.

„Die Gäste wissen oft nicht, wofür sie dabei eigentlich zahlen“, sagt Martin Lohmann vom Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa in Kiel.

Meist wird die Gebühr in der Unterkunft mit dem Übernachtungspreis entrichtet. Norderney zum Beispiel kassiert 3,70 Euro pro Nacht. Im Gegenzug bekommen Urlauber die Norderney Card. Auch Langeoog liegt mit 3,50 Euro in der Haupt- und 2,80 Euro in der Nebensaison eher am oberen Ende des Preisspektrums. Dafür gibt es die Langeoog-Card, die etwa den kostenlosen Besuch von Veranstaltungen ermöglicht. In Binz auf Rügen werden ganzjährig 2,85 Euro pro Nacht fällig. Dafür sind etwa die Busse im Ort und die Binzer Bäderbahn kostenlos.

Die Tourismusabgaben in den Großstädten fallen ebenfalls verschieden hoch aus. In Leipzig zum Beispiel sind es 3 Euro, in Frankfurt 2 Euro. Berlin verlangt von Reisenden eine Abgabe in Höhe von 5 Prozent des Übernachtungspreises. In Hamburg sind die Gebühren gestaffelt. Doch nicht nur in Deutschland werden Abgaben fällig. In Österreich etwa gibt es die Ortstaxen. Das Land Salzburg und Graz sind mit 1,50 Euro recht günstig. Linz verlangt 2 Euro. In Tirol liegt die Abgabe zwischen 0,55 und 3 Euro pro Nacht.

Auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera müssen Urlauber die sogenannte Ecotasa zahlen, die für Umweltprojekte verwendet wird. Die Höhe bemisst sich an der Qualität der Unterkunft: Für Gäste in Luxushotels werden 4 Euro pro Nacht fällig, in Vier- und Drei-Sterne-Superior-Hotels sind es 3 Euro, in 1- bis 3-Sterne-Hotels 2 Euro.

In vielen Regionen Italiens wird auch eine Bettensteuer berechnet, die sich an der Kategorie der Unterkunft orientiert. Nach Angaben des Italienreiseveranstalters Italweg liegen die täglichen Gebühren zwischen 0,70 Euro für ein Drei-Sterne-Hotel am Lago Maggiore und 7 Euro für ein 5-Sterne-Hotel in Rom. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt Venedig. Die Lagunenstadt will Tagesgäste ab September mit einer Gebühr von 3 Euro belegen. Für 2020 ist eine Erhöhung auf im Schnitt 6 Euro geplant: An ruhigen Tagen soll der Beitrag auf 3 Euro reduziert werden, bei starkem Andrang können 8 oder 10 Euro fällig werden. Der Grund für die Abgabe liegt im ausufernden Massentourismus.

(dpa)
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