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Schadensersatz für Pannenflug mit Notlandung

Frankfurt/Main. Agentur

Auf dem Rückflug aus dem Urlaub fällt ein Triebwerk aus, die Maschine muss notlanden. In einem solchen Fall kann ein Urlauber den Reisepreis mindern, auch wenn er schon eine Ausgleichszahlung von der Fluggesellschaft wegen Verspätung erhält. Das entschied das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 30 C 1590/13 (75)), berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

In dem Fall war die Klägerin mit ihrem Mann nach einer Reise in Thailand auf dem Rückweg nach Deutschland. Kurz nach dem Start fiel ein Triebwerk aus, und der Pilot musste zurückfliegen und das Flugzeug notlanden. An Bord ging unterwegs das Licht aus, die Maschine sackte ab, die Flugbegleiter liefen panisch umher. Letztlich konnte das Flugzeug sicher landen. Die Passagiere flogen mit anderen Maschinen nach Deutschland, das sie mehr als zwei Tage nach der geplanten Ankunft erreichten. Die Fluggesellschaft zahlte wegen der Verspätung eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht in Höhe von 1200 Euro. Die Klägerin verlangte darüber hinaus aber eine Minderung des Reisepreises und Schadenersatz. Sie habe wegen des Notfalls Todesangst gehabt und steige seit der Reise nur noch ungern in ein Flugzeug.

Das Gericht hielt deshalb eine Minderung des Reisepreises von 40 Prozent für angemessen. Es habe sich um einen schwerwiegenden Reisemangel gehandelt. Der Minderungsanspruch könne nicht mit der Zahlung der Fluggesellschaft verrechnet werden. Denn bei Letzterer würden nur die Verspätungsfolgen kompensiert.