Urlauberin bleibt auf Kosten sitzen: Reiseveranstalter müssen Gelegenheit erhalten, einen Ersatzflug zu buchen

Urlauberin bleibt auf Kosten sitzen : Reiseveranstalter müssen Gelegenheit erhalten, einen Ersatzflug zu buchen

Die Unternehmen haben das Recht, Urlaubern bei einer ungültigen Buchung eine neue Verbindung zu arrangieren. Das sagt ein Urteil des Amtsgerichts Uelzen.

Pauschalurlauber dürfen sich zwar auf eigene Faust einen Ersatzflug buchen, wenn sie bei dem ursprünglichen Flug nicht mitgenommen wurden. Doch sie müssen dem Reiseveranstalter zuerst die Gelegenheit geben, selbst für Abhilfe zu sorgen. Andernfalls können sie sich ihre Kosten nicht vom Veranstalter erstatten lassen. Das besagt ein Urteil des Amtsgerichts Uelzen (Az.: 16 C 9031/18). Über die Verhandlung und deren Ausgang informiert die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht.

In dem verhandelten Fall wollten eine Urlauberin und ihre Begleiterin von München über Madrid nach New York fliegen, um dort eine Kreuzfahrt anzutreten. Hin- und Rückflug waren Teil des Pauschalpakets. Als die Frauen frühmorgens am Flughafen erschienen, stellte sich heraus, dass ihre Flugbuchung nicht gültig war.

Die Klägerin versuchte, mit dem Veranstalter Kontakt aufzunehmen. Dieser war jedoch erst ab 9 Uhr erreichbar. Die Urlauberin buchte einen Direktflug nach New York um die Mittagszeit. Das Geld wollte sie vom Veranstalter zurückerhalten.

Der Reiseanbieter buchte die Frauen jedoch von sich aus auf den denselben Direktflug um, als er von der Situation der Kundinnen erfuhr. Die Erstattung der Kosten für den eigenmächtig gebuchten Flug lehnte er ab – und bekam Recht.

Der Veranstalter habe die Urlauberinnen sofort nach Kontaktaufnahme um 9 Uhr umgebucht. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte die Klägerin nach Ansicht des Gerichts warten müssen. Somit habe sie kein Anrecht auf Selbsthilfe, also eine eigenmächtige Buchung neuer Flüge. Sie hätte dem Veranstalter eine Frist setzen müssen.

(dpa)
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