Reiseveranstalter haftet nicht für Sturz eines Urlauber im Flughafen

Nasser Boden im Flughafen : Reiseveranstalter haftet nicht für Sturz

Verletzt sich ein Urlauber auf dem Flughafen, ist nicht der Anbieter eines Pauschalurlaubs verantwortlich.

Reiseanbieter haften nicht für Stürze von Urlaubern im Flughafen, etwa wegen nassen Bodens. Weder der Flughafenbetreiber noch der Reinigungsdienst seien sogenannte Verrichtungsgehilfen des Veranstalters, entschied das Landgericht Baden-Baden (Az.: 3 O 70/18). Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht. Der Reiseanbieter habe keinen Einfluss darauf, wie und wann das Reinigungspersonal seine Arbeiten ausführe.

Im verhandelten Fall stritt eine Urlauberin vor Gericht mit ihrem Reiseveranstalter, weil sie während einer Pauschalreise nach Gran Canaria im Flughafen von Las Palmas gestürzt war. Dabei hatte sie sich die Schulter verletzt. Die Frau berichtete, es habe kein Warnschild auf den nassen Boden hingewiesen. Dies hätte in der Verantwortung des Veranstalters gelegen. Die Urlauberin forderte Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Das Gericht lehnte die Klage jedoch ab und entschied, dass der Reiseveranstalter seine Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt habe. Diese Pflicht umfasst die Auswahl und Kontrolle der jeweiligen Leistungserbringer, zum Beispiel des ausgewählten Hotels. Hingegen sei es nicht die Aufgabe des Veranstalters, jede mögliche Gefahrenquelle zu kontrollieren. Bei dem Sturz auf dem nassen Boden handelt es sich laut Gericht um ein allgemeines Lebensrisiko, auch wenn kein Warnschild auf die feuchte Stelle hingewiesen habe.

(dpa)
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