Reiseportale Worauf Urlauber bei der Hotelsuche achten müssen

Berlin · Reiseportale versuchen Verbraucher oft zu einer raschen Buchung zu verleiten. Die sollten sich bei der Wahl der Unterkunft nicht drängen lassen.

 Für Nutzer muss bei der Hotelbuchung klar sein, warum eine Unterkunft in der Trefferliste oben steht.

Für Nutzer muss bei der Hotelbuchung klar sein, warum eine Unterkunft in der Trefferliste oben steht.

Foto: dpa-tmn/Arne Immanuel Bänsch

Wer im Internet nach einer Ferienwohnung oder einem Hotel sucht, findet bei Buchungsportalen schnell Ergebnisse. Dennoch sollten sich Nutzer bewusst sein, welcher Tricks sich die Anbieter bedienen, um sie zu einer schnellen Buchung bei bestimmten Hotels zu verleiten.

Warum eine Unterkunft ganz oben in der Trefferliste angezeigt wird, lasse sich oft nicht nachvollziehen, erklärt die Stiftung Warentest nach einem Test von 15 Portalen. Erst kürzlich urteilte das Landgericht Hamburg (Az.: 327 O 234/19), dass die Reiseportale künftig nicht mehr verschweigen dürfen, wie die Reihenfolge zustande kommt. Den Verbrauchern würden dadurch entscheidende Informationen für die Kaufentscheidung vorenthalten. Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtskräftig. Die Verbraucherschützer raten, die Trefferliste einfach neu zu sortieren, etwa nach dem Preis. Und auf dieser Basis das beste Angebot zu suchen.

Häufig lohne es sich auch, direkt auf der Webseite eines vorgeschlagenen Hotels nachzuschauen. Die Tester stellten fest, dass die Preise dort zum Teil niedriger sind.

Die Buchungsportale gaukelten Nutzern zudem oft eine hohe Nachfrage vor, indem sie anzeigen, dass im gewünschten Zeitraum nur noch wenige Zimmer frei sind. Der Verbraucher soll so dazu bewegt werden, schnell zu buchen. Doch die Warentester raten zur Besonnenheit. Sei das Wunschhotel wirklich auf einem Portal ausgebucht, lohne der Blick zu einem anderen Anbieter, oder ein Telefonanruf direkt beim Hotel.

Trotz der Tricks und künstlichen Stressmacher schnitten die sechs geprüften Hotel-Vergleichsportale allesamt „gut“ ab. Bewertet wurden unter anderem der Buchungsprozess, die Gestaltung von Webseite und Suchmaske, die Filtermöglichkeiten und der Umgang mit Nutzerbewertungen.

Etwas schlechter war das Gesamtergebnis bei den Vergleichsseiten mit Schwerpunkt auf Ferienwohnungen. Nur zwei wurden von den Testern mit der Note „gut“ beurteilt. Miserabel war aber keines der Buchungsportale, es wurde noch sieben Mal die Note „befriedigend“ vergeben.

(dpa)