Prunk und Pracht vergangener Zeiten

Prunk und Pracht vergangener Zeiten

Der neue Rundgang durch das Dom-Quartier in Salzburg bietet 2000 Exponate, verteilt auf 15 000 Quadratmetern. Sie geben Zeugnis über den Reichtum, den die Fürsterzbischöfe der Stadt einst mit dem Handel von Salz machten.

Bescheidenheit ist eine Zier? Dass manchmal auch das Gegenteil zutrifft, wird in Salzburg deutlich. Die Fürsterzbischöfe, die hier einst regierten, hatten mit dem weißen Gold, dem Salz, so viel Reichtum angehäuft, dass sie ihre Stadt im 17. und 18. Jahrhundert zu einem "Rom des Nordens" machen wollten. Sie beauftragten die größten Architekten ihrer Zeit, Geld spielte keine Rolle. Die Baumeister legten fleißig Gärten und Brunnenanlagen an, verschönerten Hausfassaden und krönten ihr Schaffen mit der Residenz, der Schaltstelle der Macht der Fürsterzbischöfe, und dem Dom.

Die alten Würdenträger sind lange tot - und die Stadt ist heute dankbar für ihren ganz und gar unbescheidenen Lebensstil. Salzburg ist ein barockes Juwel. Das historische Zentrum wurde von der Unesco als Weltkulturerbe geadelt, jährlich strömen über eine Million Besucher in die Stadt. Für sie gibt es nun eine neue Attraktion: das Dom-Quartier.

"Es handelt sich um einen Rundgang, der durch die Residenz und den Dom sowie das Benediktinerkloster St. Peter führt. Erstmals seit 200 Jahren steht dieser Rundgang wieder Besuchern offen", erklärt Judith Wieser-Pöhl von Salzburg-Tourismus. 2000 Exponate sind dort verteilt auf 15 000 Quadratmetern, der Prunk kennt keine Grenzen. Der größe Raum ist der Carabinierisaal im ersten Stock der Residenz. Sein Name geht auf die Leibgarde des Erzbischofs, die Carabinieri, zurück.

Der Rundgang bietet aber nicht nur faszinierende Ein-, sondern auch herrliche Ausblicke. Aus jedem der zahlreichen Fenster bietet sich eine andere Perspektive auf den Domplatz, der von Residenz, Dom und Kloster umrahmt wird. Kunst innen, Kunst außen - eine Atempause tut jetzt gut. Zahlreiche Cafés und Restaurants in der Stadt laden den Flaneur ein, die Klassiker der Salzburger Küche, etwa die bekannten Nockerl, auszuprobieren.

Der Geschichte kann der Besucher aber selbst in den Wirtshäusern nicht entfliehen - existieren doch viele von ihnen schon Hunderte von Jahren und sind steingewordene Zeugen der Zeit. Den Stiftskeller St. Peter gibt es bereits beeindruckende 1200 Jahre. Anno 803 wurden dort erstmals Speis' und Trank aufgetischt - es handelt sich um das älteste Gasthaus Mitteleuropas.

Wohin nun mit dem Kopf voller Kunst und dem Magen voller Leckereien? Eine kleine Landpartie vor die Tore der Stadt öffnet die Augen für das größte Kunstwerk, das Salzburg zu bieten hat: sich selbst. Sieben Kilometer von der Stadt entfernt liegt Maria Plain. Ein alter Wallfahrtsort, den Gläubige aufsuchen, seit im Jahr 1633 das damalige Kloster niederbrannte - und ein Gemälde mit Maria und dem Jesukind wie durch ein Wunder völlig unversehrt blieb.

Viele zieht es aber aus einem anderen Grund hinauf auf den stillen, friedlichen Hügel. Es ist die grandiose Aussicht, die sich von dort auf Salzburg und das Salzburgerland bietet.

Das fand auch der österreichische Künstler Matthias Würfel. Er stellte einen großen, leeren Rahmen auf den Hügel. Wer vor ihm steht, blickt genau auf Salzburg. Die Aktion nannte der Künstler: "Ein Bild von einer Stadt". Da ist sie wieder, diese Unbescheidenheit. Aber wo er recht hat, hat er recht!

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Auf einen BlickDas Dom-Quartier in Salzburg ist außer dienstags täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Im Juli und Juli steht es Besuchern an jedem Wochentag offen. Weitere Infos erhalten Interessierte unter Telefon: (00 43) 6 62 80 42 21 09, E-Mail: domquartier@salzburg.gv.at. reddomquartier.atmariaplain.at