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Mit schweren Infekten können Flugreisen zur Qual werden

Mit schweren Infekten können Flugreisen zur Qual werden

Akute Infekte mit Fieber oder entzündetem Mittelohr können bei Flugreisen zur Qual werden. Denn aufgrund der zugeschwollenen Ohrtrompete gelingt kein Druckausgleich mehr, erklärt Professor Gerhard Hesse.

Die Ohrtrompete verbindet den Rachenraum mit dem Mittelohr. "Während des Flugs kann man dort große Schmerzen bekommen, gegen die man kaum etwas machen kann", schildert Hesse, der Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde , Kopf- und Hals-Chirurgie ist. Aus dem Grund rät er dazu, mit akuten Infekten lieber auf Flugreisen zu verzichten. "Gerade Kinder leiden unter den Schmerzen extrem." Bei ihnen schwellen die Ohrtrompeten schneller zu, da sie schmaler sind als bei Erwachsenen.

Schäden am Ohr oder eine Verschlimmerung des Infekts bringt eine Flugreise dagegen nicht. Es sei ein reines Schmerzthema, betont der Experte Hesse.

Wer erkältet in ein Flugzeug steigt, sollte Nasentropfen im Handgepäck haben. Die helfen laut Hesse am besten, weil die Tropfen - etwa im Gegensatz zu Nasenspray - bis in den Rachen zur Ohrtrompete fließen und dort abschwellend wirken. Bei gesunden oder nur leicht erkälteten Menschen kann gegen den typischen Druck auf dem Ohr während des Fluges häufiges Schlucken helfen. Kaugummis zum Beispiel unterstützen durch die Kaubewegungen den Druckausgleich. Eine bessere Möglichkeit ist das sogenannte Auspusten: man hält sich die Nase zu und versucht gleichzeitig, durch diese auszuatmen. Dadurch wird die Ohrtrompete geöffnet, erklärt Professor Hesse.