Keine Reisepreisminderung wegen Aussicht auf Reling und Mitreisende

Reiserecht : Auf Schiffsreisen dürfen Passagiere die Aussicht stören

Kreuzfahrt-Urlauber müssen es hinnehmen, wenn sie bei einem versprochenen Meerblick aus der Kabine auch eine dünne Reling sehen. Es handelt sich nicht um einen Reisemangel, urteilte das Amtsgericht Frankfurt (Az.: 29 C 404/18 (40)).

Eine Urlauberin hatte deshalb auf Preisminderung geklagt. Sie monierte zudem, dass andere Passagiere vor dem Kabinenfenster vorbeiliefen.

Im verhandelten Fall hatten die Klägerin und ihr Begleiter eine Außenkabine Superior mit Meerblick gebucht, laut Reiseprospekt „zum Großteil auf den oberen Decks“ gelegen. Die Urlauber verlangten nach der Reise vom Veranstalter 900 Euro zurück, die Differenz zwischen den Kosten einer normalen Außenkabine und der Superior-Außenkabine.

Das Gericht wies die Klage ab. Im Reisekatalog werde nicht suggeriert, dass die gebuchte Außenkabine direkt an der Bordwand liege und somit keine Reling davor sei. Im Gegenteil sei durch die Beschreibung davon auszugehen, dass sie auf einem Promenadendeck liege. Dass dort zeitweise Passagiere die Sicht versperren, sei „zwangsläufige Folge des Massencharakters der gebuchten Reise“ und eine hinzunehmende Beeinträchtigung.

Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ (Ausgabe 6/2019).

(dpa)