Hohe Entschädigung für Urlauber wegen zweimal vereitelter Reise

Beschluss : Hoher Schadenersatz für zweimal geplatzte Reise

Wird eine Urlaubsreise zweimal kurz vor dem Abflug abgesagt, steht Reisenden ein hoher Schadenersatz zu. Das zeigt ein Beschluss des Oberlandesgericht Celle (Az.: 11 U 13/19). Die Richter sprachen einem Urlauber und seiner Familie eine Entschädigung in Höhe von 85 Prozent des Reisepreises zu.

Der Kläger war zweimal vergeblich zum Flughafen gefahren und konnte nicht fliegen.

In dem verhandelten Fall ging es um eine Familienreise nach Kos im Wert von 7000 Euro. Die Urlauber kamen nachts zum Flughafen und erfuhren erst dort vom Reisebüro, dass ihr Flug ersatzlos gestrichen worden war. Zu Hause buchten sie bei dem Reisebüro eine vergleichbare Urlaubsreise für einige Tage später zum Preis von 8916 Euro. Doch als die Familie am Abreisetag am Flughafen ankam, konnte sie nach langer Wartezeit ein zweites Mal nicht fliegen, weil das Flugzeug überbucht war. Die Familie musste deshalb auf ihren Urlaub verzichten.

Der Kläger forderte vom Reiseveranstalter Schadensersatz wegen vertanen Urlaubs in voller Höhe des zweiten vereinbarten Reisepreises. In der ersten Instanz wurde der Familie vor dem Landgericht Hannover kein Schadenersatz zugesprochen. Das Oberlandesgericht Celle entschied anders: Die Umstände rechtfertigen nach Ansicht der Richter eine Entschädigungshöhe von 85 Prozent des Reisepreises.

Das Gericht verwies darauf, dass beide Pauschalreisen sehr kurzfristig abgesagt worden waren und eine anderweitige Urlaubsplanung für die Familie daher kaum möglich gewesen sei.

Auf diesen Beschluss weist der Verbraucherzentrale-Bundesverband hin.

(dpa)