Funchal auf Madeira: eine Reise zu Walen, Wein, Azulejos und Ronaldo

Madeiras Hauptstadt Funchal : Wale und Wein, Azulejos und Ronaldo

Madeiras Hauptstadt Funchal lädt ganzjährig zum Besuch ein. Hier locken historische Gebäude sowie schöne Plätze, Parks und Gärten.

Diese Stadt gleicht einem riesigen Amphitheater – das 365 Tage im Jahr ein spannendes Programm zu bieten hat. Funchal, die Hauptstadt der portugiesischen Insel Madeira, liegt von Bergen eingerahmt an einer großen Bucht am Atlantik. Vom quirligen Hafen ziehen sich die Promenaden, Straßen, Häuser, Parks und Gärten die Hänge hoch. Wer Urlaub auf der landschaftlich reizvollen Blumeninsel macht, sollte einige Tage für die Besichtigung der Hauptstadt einplanen. Denn Funchal punktet nicht nur mit seiner schönen und geschützten Lage sowie einem ganzjährig milden Klima, sondern auch mit prächtiger Bausubstanz und Architektur, mit vielen Parks und Gärten, mit Geschichte und Kultur.

Funchal wurde 1421 gegründet, erhielt 1508 die Stadtrechte und ist nach dem früher hier wachsenden wilden Fenchel (portugiesich: funcho) benannt. Durch den Anbau und Export von Zucker wurde die Stadt reich, lockte Händler an, aber auch Piraten. Später löste der berühmte Madeirawein den Zucker ab, heute ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig auf Madeira und der Nachbarinsel Porto Santo.

Wir beginnen unsere Stadtbesichtigung mit einem Bootsausflug – und schlagen so zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn wir haben eine Wal- und Delphin-Beobachtungs-Tour mit Rota dos Cetáceos gebucht, die Firma hat ihren Sitz in der Nähe des Hafens. Mit einem offenen Schnellboot geht es hinaus auf den Atlantik. Nach längerer Suche wird die Crew fündig und dann sehen wir sie, zunächst Finnwale, erst einen, dann zwei, zuletzt eine ganze Familie – und dann auch noch zwei Delphine, die sich im offenen Meer tummeln. Auf der Rückfahrt genießen wir prächtige Blicke auf Funchal, das wie eine große Freiluftbühne vor uns liegt.

Vom Jachthafen aus machen wir uns dann zu Fuß auf den Weg, schlendern durch den Stadtpark mit großen Bäumen und exotischen Pflanzen. An der Nordseite des Jardim Municipal kehren wir im Restaurant Jardim das Flores ein, lassen uns Lapas schmecken, kleine Napfmuscheln, die mit Butter und Knoblauch gebraten in einer gusseisernen Pfanne serviert werden. An der Südseite des Parks steht das sehenswerte The Ritz Hotel mit schönen Azulejos, den typischen Bildern aus keramischen Fliesen. Ein paar Schritte weiter, in der Avenida Arriaga 28, lädt Blandy’s Wine Lodge zum Besuch ein. In der Madeira Wine Company mit Museum, Fasskeller, Bistro und Proberaum gibt es Infos zur Geschichte und Herstellung des edlen Likörweins – und man kann probieren.

Im Zentrum von Funchal sind die meisten Gebäude über 150 Jahre alt, die Stadt wirkt architektonisch wie eine Einheit, große Hotels finden sich nur am Stadtrand in einem eigenen Viertel. Im Fußgängerbereich der Avenida Arriaga heißt es Bühne frei für Straßenmusikanten und Blumenhändlerinnen in Trachten, die ihre Waren anbieten. Dann geht es zur Kathedrale Sé, die 1514 fertig gestellt wurde und mit einer wertvollen Holz-Kassettendecke aufwartet.

Wie gesagt, ein paar Tage Zeit sollte man für Funchal mitbringen, denn das Programm ist groß – Vorhang auf für die Markthallen mit Blumen- und Fischmarkt, für die Altstadt mit engen Gassen und vielen Restaurants, für Plätze Parks und Gärten, Kirchen und Museen. Übrigens: Der prominenteste Sohn der Stadt ist der Fußballer Cristiano Ronaldo, ihm ist ein Denkmal und ein Museum gewidmet. Und auch der Flughafen trägt seinen Namen.

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