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Eis gilt nicht als Ausrede für Flugverspätungen

Eis gilt nicht als Ausrede für Flugverspätungen

Wenn sich ein Abflug verspätet, weil das Flugzeug vor dem Start enteist werden musste, dann haben Passagiere ein Recht auf finanzielle Entschädigung. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "Reiserecht aktuell" und bezieht sich dabei auf ein Urteil des Amtsgerichts Frankfurt (Az.: 30 C 2806/15 (87)).

In dem verhandelten Fall wollte die Klägerin von Frankfurt über Kuwait nach Indien fliegen. Weil sich der erste Flug verspätete, verpasste die Frau ihren Anschlussflug und erreichte den Zielort erst einen Tag später. Sie forderte 600 Euro Ausgleichszahlung nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Doch die Fluggesellschaft stellte sich quer: Die Maschine sei bereits auf dem vorausgehenden Flug von Genf nach Frankfurt verspätet gewesen, weil sie in der Schweiz enteist werden musste, so die Fluggesellschaft. Auch in Frankfurt musste das Flugzeug noch einmal enteist werden.

Nach Ansicht des Amtsgerichts gehöre die Enteisung jedoch zu den ganz normalen Pflichten einer Fluglinie- es handele sich also nicht um einen außergewöhnlichen Umstand. Die Klägerin bekam daher eine Entschädigung für die Verspätung.