Dubai, ein Ziel voller blauer Wunder, das nur mir Energie funktioniert

Dubai ist unvergleichlich : Das grüne Leuchten von Dubai

Das Emirat ist ein Traumziel mit Stränden, Hochhäusern, gut gefüllten Büffets und einem spektakulären Smaragdpalast.

Ein Baby-Hai zieht gemächlich seine Runden durchs Aquarium, hinter ihm gleitet ein braun gepunkteter Rochen auf und ab und glubscht mit einem Auge durch die dicke Glaswand, die ihn vom Einkaufszentrum Dubai Mall trennt.

Bis ins Frühjahr streift nachts noch ein kühler Wind um die Hochhäuser in Dubais Innenstadt und lässt eine Gruppe von Italienern frösteln. Sie wartet am Fuß des höchsten Gebäudes der Welt, dem 829 Meter hohen Burj Khalifa, auf ihre Luxuskarossen, die quietschend vorgefahren werden. Unter ihnen Donatella Versace und ihre magere Tochter, beide zittern in ihren hauchdünnen rosa Spitzenkleidern, bis der Bentley kommt. Auch millionenschwere Modeprofis greifen also mal ins falsche Kleiderregal.

Für die Bewohner der Drei-Millionen-Stadt sind die kühleren nächtlichen Temperaturen hochwillkommen. Denn ab Mitte Mai, betont Ramin, ein iranischer Geschäftsmann, kühle es in den Nächten nicht mehr ab, die dann bei über 30 Grad schwer zu ertragen seien. Von seinem Büro aus im 33 Stockwerk in Dubais Business-Viertel, blickt er in endlose Hochhaus-Schluchten, aus denen ab und zu mal ein knallblauer Swimmingpool hervorblitzt.

Am Horizont leuchtet türkisblau das Meer, es gehört zum arabischen Golf, der kurz hinter Dubai in den indischen Ozean mündet. Aus ihm werden täglich 20 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen, um es durch die größten Entsalzungsanlagen der Erde zu jagen.

Innerhalb von 50 Jahren haben die Scheichs der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) anstelle unscheinbarer Wüstendörfer Weltmetropolen aus dem Sand gestampft. Jährlich locken sie bis zu 16 Millionen Touristen aus aller Welt an. Die Hauptattraktionen sind die beiden Städte Abu Dhabi und Dubai, die 150 Kilometer voneinander entfernt liegen. Das entspricht in etwa der Strecke von München nach Salzburg. In den Emiraten sind die Straßen allerdings fünfspurig, ohne Stau und ohne Maut.

Abu Dhabi ähnelt Monaco – reich, kultiviert und diskret. Dubai gleicht eher Mallorca – laut, voll und um Aufmerksamkeit heischend. Dubai ist eine Art Vergnügungsraumschiff für Touristen aus aller Welt, in der Mehrzahl Europäer, Inder und andere Asiaten. In Dubai tauchen sie ein in ein Paralleluniversum aus rötlichem Wüstensand, Abendessen unterm Sternenzelt und einem weiß gekleideten Beduinen, der einen Falken herumreicht.

Was sich anhört wie eine weltumspannende Party, ist eine Freizeitgesellschaft, die nur mit Hilfe von Erdgasturbinen und einem Heer von Hilfsarbeitern funktioniert. Die Kühlaggregate brummen, die Jeeps knallen durch die Wüste, die Pools werden im Sommer gekühlt, ebenso Hotelterassen, Bushaltestellen und Einkaufszentren sowieso. Die Touristen lieben diesen Urlaubstraum aus endlosen Strandparties, exklusiven Geschäften und immer vollen Büffets.

Dubai wirkt auf die Besucher wie eine Stadt, die aus Kinderträumen erbaut wurde, mit riesigen Wasserrutschen und durchs Wasser flitzenden Nemo-Clownfischen. Einzig der fliegende Teppich als Transportmittel fehlt noch.

Das Heritage Village von Dubai, eine perfekt rekonstruierte arabische Altstadt mit nachgebauten Windtürmen, ist ein Disneyland mit orientalischer Kulisse. Viel stimmungsvoller als es im Original vor 100 Jahren je war. Im dazugehörigen Souk Madinat Jumeirah gibt es Perserteppiche, Kaschmirschals, Weihrauch und bunt bestickte türkische Haremspantoffeln zu kaufen. Danach kann man am Ufer eines künstlich angelegten Flusses chinesisch, indisch oder italienisch essen.

Viele junge Paare buchen eine Hochzeitsreise nach Dubai und genießen ihre Fahrt mitten hinein in ein schillerndes Universum aus Wüstenromantik, geheimnisvollen Aquarien und einem aufregenden Unterwasserrestaurant im riesigen Hotelkomplex „Atlantis“, dessen Kellner schon von weitem mit blauen Speisekarten herumwedeln.

Die Reichen von Dubai leben natürlich nicht in den vielen Hochhäusern der Stadt, sondern, wie die Schneekönigin aus dem Märchen, in einem kühlen Universum aus Kristallen und Edelsteinen. Dazu zählt auch das neue Kempinski Emeralds Palace, ein Smaragdpalast auf der künstlich angelegten Palm-Jumeirah-Insel. Neben dem Hauptgebäude stehen mehrere Villen, die nicht nur über einen Pool auf der Dachterrasse verfügen, sondern auch über eine Kuppel, die bei Dunkelheit märchenhaft grün leuchtet. Emiratis und ausländische Gäste lieben diesen magischen Ort mit Blick auf die flimmernde Kulisse von Dubai. Hier ist es still, nur grün beleuchtetes Wasser plätschert leise, man glaubt, es fielen Edelsteine herab.

Nicht nur Millionäre, auch normale Gäste können eine Suite im Emerald Palace beziehen. In der Hotelhalle, einer Rotunde aus Goldmalerei, venezianischen Möbeln und roten Samtvorhängen, spielen nachmittags vier junge Damen Kammermusik von Mozart. Der Flügel ist schneeweiß, eine Spezialanfertigung des sächsischen Klavierbauers Blüthner. Der Emerald Palace, sagt die Gästebetreuerin Franziska Rueeck aus Deutschland, habe 800 Millionen Euro gekostet und sei dem Schloss von Versailles nachempfunden. In der Tat, man erwartet hier gleich Ludwig XIV. mit seinem Gefolge. Wenn der französische König wieder zum Leben erwachte, würde er den fantastischen Smaragdpalast von Dubai den demonstrierenden Gelbwesten zu Hause in Paris bei weitem vorziehen.

Bis 2020 will Dubai auf 20 Millionen jährliche Besucher kommen. Die Flugzeiten von Europa, maximal sechs Stunden, sind auch für Kinder machbar. Gerade wird die Vergnügungsinsel Bluewaters Island mit einem Riesenrad fertig gestellt. So lange Energie in Form von Öl und Gas aus der Erde sprudelt und genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, so lange werden die Emirate Maßstäbe setzen in dem, was die Schwerkraft gerade noch zulässt. Das sind künstliche Inseln, Flüsse und Blumenwiesen in der Wüste, die höchsten Wolkenkratzer der Welt. Kurzum, die Verwirklichung kühner Projekte, an die nicht einmal Sonnenkönige gedacht haben.

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