Die Insel Madeira bietet mildes Klima und großartige Landschaft

Vielfältige Natur : Eine kleine Insel – viele reizvolle Welten

Das portugiesische Madeira lädt mit mildem Klima und großartiger Landschaft als Wander- und Blumenparadies im Atlantik ein.

Sie wird „Die Blumeninsel im Atlantik“ genannt. Sie ist vulkanischen Ursprungs und wartet mit einer höchst abwechslungsreichen Landschaft auf. Sie ist ein großartiges Reiseziel zum Wandern. Die Rede ist von der Insel Madeira. Sie ist klein, nur 57 Kilometer lang und 22 Kilometer breit. Die Fläche beträgt knapp 741 Quadratkilometer – zum Vergleich: Das Saarland ist mit 2570 Quadratkilometern mehr als dreimal so groß.

Doch Madeira hat viele Gesichter, hier tun sich sozusagen jede Menge kleine Welten auf, die es zu entdecken gilt. Nehmen wir mal an, Sie haben eine Woche Zeit, um Madeira kennen zu lernen. Sie wohnen in Funchal, der wunderschön am Hang gelegenen Hauptstadt mit dem Hafen, der Altstadt, der Kathedrale, den Markthallen und Museen, Parks und Gärten. Von Funchal aus können Besucher auch zu Wal- und Delfin-Beobachtungstouren aufbrechen. Doch wir wollen ja auch mit einem Mietwagen die vielfältige Insel erkunden. Dazu haben wir hier als Anregung fünf größere Touren zusammengestellt.

Tour eins: Wir erwandern das Hochgebirge des vor etwa 18 Millionen Jahren entstandenen Eilandes. Dieses steinige Herz besteht vor allem aus dem Pico Ruivo (1862 Meter), dem Pico das Torres (1853 Meter), dem Pico do Aireiro (1818 Meter) und dem Pico Grande (1655 Meter). Eine grandiose und anstrengende Wanderung führt über die drei höchsten Gipfel der Insel und zurück. Dafür braucht man Zeit und vor allem eine sehr gute Kondition. Doch es geht auch einfacher. Wir fahren mit dem Wagen bis hoch zum gut erschlossenen Gipfel des Pico de Aireiro, wandern von dort zwei, drei Kilomter Richtung Pico das Torres, kehren um und fahren mit dem Wagen über Ribeiro Frio (Forellenzuchtstation und gutes Restaurant) an die Nordküste nach Santana. Dort besichtigen wir die strohgedeckten Häuser und fahren hoch bis zum Parkplatz Vereda do Pico Ruivo. Von dort aus erklimmen wir in rund zwei Stunden den höchsten Berg der Insel und werden, je nach Wetter, mit grandiosen Ausblicken belohnt.

Tour zwei: Heute ist der Osten an der Reihe. Über das Örtchen Camacha mit seinem sehenswerten Zentrum für Korbflechterei steuern wir zur Küste, besichtigen das Städtchen Santa Cruz mit seiner Strandpromenade. Weiter geht es nach Canical mit seinem Walmuseum und dem ausgezeichneten Fischrestaurant Amarelo direkt am Hafen. Gut gestärkt fahren wir weiter bis zum Naturschutzgebiet Ponta de Sao Lourenço. Hier endet die Straße und ein Wanderweg beginnt. Der erschließt den faszinierenden Ostzipfel der Insel, eine wüstenartige Region mit windumtosten Klippen – ein faszinierendes Farbenspiel.

Tour drei: Wieder eine ganz andere Welt ist die Hochebene Paul da Serra im Nordwesten der Insel. Das Plateau liegt auf einer Höhe von 1400 bis 1500 Metern oberhalb des Baumheide- und Lorbeerwaldgebiets. Wasserfälle und zahlreiche Levadas, künstlich angelegte offene Kanäle, an denen man entlang wandern kann, transportieren das Wasser in die tiefer gelegenen Regionen und an die Küste. Im Tal bei Rabaçal, einem weiteren Naturschutzgebiet, genießen wir entlang der Levada das 25 Fontes eine schöne Tour durch ursprünglichen Lorbeerwald (Laurisilva), der ganz typisch für Madeira ist und seit 1999 zum Weltnaturerbe der Unesco zählt. Am Nordrand der Hochebene startet am Forsthaus von Fanal eine weitere schöne Wanderung durch ein Weidegebiet mit uralten, mächtigen Stinklorbeerbäumen. Von hier aus bietet sich ein Abstecher zur spektakulär an der Nordwestspitze gelegenen Ortschaft Porto Moniz mit ihren natürlichen Lavaschwimmbecken im Meer an.

Tour vier: Jetzt sind die Nordküste und ein wenig Nervenkitzel an der Reihe. Wir fahren nach Sao Jorge, parken am Cabo Aéreo Café, wo man unter anderem leckere Fleischspieße bekommt. Von dort führt der Weg steil bergab an die Küste. An Gebäuderuinen vorbei geht es nach links und dann immer zwischen steilen Felswänden und dem Meer entlang. Ein herrlicher Weg: Der Blick schweift über das offene Meer, der Wind peitscht das Wasser an die steinige Küste, die Brandung schießt hoch, neben uns die Berge, über uns der Himmel. Vor einer abenteuerlich aussehenden Holzbrücke, die an einer mächtigen Felswand klebt, kehren wir um und nehmen den uralten, mit kleinen ovalen Kieselsteinen kunstvoll gepflasterten Weg nach oben zum Ausgangspunkt. Weiter geht es zur Kleinstadt Sao Vicente mit seinen Grotten. Die stimmungsvoll beleuchteten Höhlen vulkanischen Ursprungs und das Zentrum des Vulkanismus sind einen Besuch wert, hier können sich Besucher über die Entstehung Madeiras informieren.

Das Landesinnere mit schroffen, über 1800 Meter hohen Bergen vulkanischen Ursprungs ist eine grandiose Landschaft. Hier der Blick von einem Aussichtspunkt bei Ribeiro Frio. Foto: Thomas Reinhardt
Auf Madeira kann man auf Bootsexkursionen Delfine und Wale beobachten. Foto: Thomas Reinhardt
Faszinierende Farbenspiele: An der Ostküste beim Ponta de Sao Lourenço leuchten die Felsen und die Klippen in der Nachmittagssonne. Foto: Thomas Reinhardt

Tour fünf: Steil und spektakulär ist in Teilen auch die Südküste, besonders am Cabo Girao, einer Klippe, die über 500 Meter fast senkrecht abfällt. Der Aussichtspunkt mit seiner Glasbodenplattform ist eine große Touristenattraktion. Ganz in der Nähe liegt das Städtchen Camara de Lobos, das wegen seines malerischen Hafens mit bunten Fischerbooten beliebt ist. Hier lohnt ein Spaziergang – lassen Sie sich treiben, sehen Sie den Fischern bei der Arbeit oder beim Kartenspielen zu. Danach geht die Fahrt über Ribeira Brava zu den Küstenörtchen Ponta da Sol (gute Fischrestaurants), Madalena do Mar, Jardim do Mar und Paul do Mar. Zum Abschluss machen wir einen Abstecher nach Ponta do Pargo, der westlichsten Gemeinde Madeiras und genießen den Blick von den schroffen Klippen auf den schier endlosen Atlantik.

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