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Die große Welt in kleinen Bausteinen

Aus mehr als 25 Millionen Legosteinen haben 140 Modelldesigner eine Miniaturwelt im Legoland Deutschland geschaffen. Auch ein Nachbau der Lagunenstadt Venedig ist zu sehen.Foto: 2017 The LEGO Group
Aus mehr als 25 Millionen Legosteinen haben 140 Modelldesigner eine Miniaturwelt im Legoland Deutschland geschaffen. Auch ein Nachbau der Lagunenstadt Venedig ist zu sehen.Foto: 2017 The LEGO Group FOTO: 2017 The LEGO Group
Günzburg. Ob Berlin, New York oder Dubai: Im Legoland Deutschland gibt's die Metropolen im Miniaturformat zu bewundern. Melanie Mai

Im Legoland bei Günzburg in Bayern dreht sich alles um den kleinen Plastikstein, der im kommenden Januar 60 Jahre alt wird - 1958 ließ Ole Kirk Christiansen den Lego-Stein in Kopenhagen patentierten. Damit war der Grundstein für die weltweite Erfolgsgeschichte gelegt. Seitdem wurden mehr als 800 Milliarden Lego-Steine produziert. 56 Millionen davon sind allein im Legoland Deutschland verbaut. An jeder Ecke findet der Besucher Figuren. Da krabbelt ein Bauarbeiter in ein Rohr hinein, woanders blinzelt ein Lego-Mann durch die Hecke. Berühmte Bauwerke und ganze Stadtteile sind im Miniland aus Legosteinen nachgebaut. 140 Modelldesigner haben aus mehr als 25 Millionen Steinen diese Miniatur-Welt geschaffen. Per Knopfdruck lassen sich Boote oder Autos bewegen. Aus versteckten Lautsprechern ertönen Stimmen und Musik.


"High Five", das sind fünf der höchsten Wolkenkratzer der Welt, nachgebaut im Format 1:150. 13 Designer haben sechs Monate lang daran gearbeitet. Das höchste Gebäude, der Burj Khalifa mit seinen 828 Metern im Original, ist auch im Lego-Format mit mehr als fünf Metern Höhe ein Gigant. Doch auch der Hamburger Hafen, Berlin, Venedig oder Frankfurt, die Schweiz und die Niederlande sowie eine schwäbische Dorflandschaft sind im Miniland zu finden.

Das Modell von Schloss Neuschwanstein im Maßstab von 1:30 wurde aus mehr als 300 000 Steinen gebaut. Es ist viereinhalb Meter lang, drei Meter hoch und wiegt mehr als 300 Kilogramm. Mehr als 400 Fenster in 30 verschiedenen Formen wurden dafür gefertigt. Selbst König Ludwigs goldene Kutsche findet sich vor dem Schloss.



Die Münchner Allianz-Arena wurde nach den Originalbauplänen aus einer Million Steinen gebaut. Die beleuchtete Außenhülle stellte dabei eine besondere Herausforderung dar: Zum einen waren Rundungen äußerst schwer zu bauen. Zum anderen konnte mit keinem bereits existierenden Lego-Stein die farbig beleuchtete Kissenhülle des Stadions realitätsgetreu nachgebildet werden. Daher wurde extra für diesen Bau ein lichtdurchlässiger Sonderstein entwickelt. So kann das Stadion mit Hilfe von 5000 LEDs - fast wie das Original - in den Farben Rot, Blau und Weiß beleuchtet werden.

An jeder Ecke bunte Legosteine, das ist die eine Facette des Freizeitparks. Eine andere sind die Fahrgeschäfte. In neun Abenteuerwelten, vom Reich der Pharaonen über das Land der Piraten bis zu Lego-City, gibt es mehr als 55 Angebote. Dabei sind es weniger die extremen Fahrgeschäfte, die die Besucher locken. Das meiste Adrenalin wird wohl beim Power-Builder in die Adern gepumpt, einer Roboterfahrt mit selbst wählbarer Schwierigkeitsstufe. Viele Fahrgeschäfte sind auch für die ganz Kleinen geeignet, so unter anderem die Safari-Tour, die Hafen-Rundfahrt, das Ritter-Turnier oder das Tret-o-Mobil, das dem Besucher in einem aus überdimensionalen Legosteinen gebauten Wagen einen Überblick über einen Teil des Parks gewährt.

Darüber hinaus gibt es jede Menge andere Angebote, die für Abwechslung sorgen. Beispielsweise ein Labyrinth, ein Wasserspielplatz oder "Atlantis by Sea Life" - ein Aquarium, in dem es mehr als 2000 Fische zu bestaunen gibt. Und auch im Wasser wimmelt es nur so von bunten Lego-Steinen.

Auch Artgenossen der Clownfische Dorie oder Nemo aus dem Animationsfilm "Findet Nemo" sind zu sehen. Des Weiteren können Kinder in einer speziellen Fahrschule ihren Führerschein machen, oder sie können in der Werft klettern und krabbeln.

Schade allerdings, dass die meisten Attraktionen bereits eine Stunde früher schließen als der Park selbst. In den Sommermonaten, wenn der Park länger geöffnet ist, mag das nicht weiter schlimm sein. Aber im Frühjahr, wenn er nur bis 18 Uhr geöffnet ist, ist es schwierig, bis 17 Uhr alles gesehen zu haben. Zumal an allen Bahnen mit teils langen Wartezeiten zu rechnen ist. Da spekulieren die Betreiber wohl darauf, dass die Gäste das Übernachtungsangebot nutzen.

Im Lego-Feriendorf können Familien beispielsweise in einer Ritterburg fürstlich schlafen und essen, sie können aber auch in einem der Themenhäuser übernachten. In beiden Fällen sind die Zimmer mit allerhand Lego-Utensilien geschmückt, für Kinder steht eine Kiste mit den kleinen Bausteinen zum Spielen bereit. Etwas spartanischer sind die Camping-Fässer ausgestattet, in denen Gäste ebenfalls übernachten können. Das ist dann allerdings ein gutes Stück preisgünstiger als in Burg oder Themenhaus.

Zum Thema:

Für ein Tagesticket im Legoland Deutschland zahlen Erwachsene 44,50 Euro. Für Kinder ab drei Jahren liegt der Preis bei 39,50 Euro. Wer jünger ist, darf kostenlos in den Freizeitpark. www.legoland.de