Die griechische Insel Paros bietet Besuchern reiche Natur und schöne Strände

Reise ans Mittelmeer : Eine Schönheit im Herzen der Ägäis

Die griechische Insel Paros bietet Besuchern eine reiche Natur, traumhafte Strände und jahrhundertealte Kulturstätten.

Stets den Launen des Windes ausgesetzt, umspülen die Wellen der Ägäis mal friedlich, mal unheilvoll die vielen hundert kleinen und großen Inseln der Kykladen. Es ist ein Stück Griechenland wie aus dem Bilderbuch, gezeichnet von alter Geschichte und noch älterer Mythologie, das sich da zwischen den zerfledderten Küsten von Peloponnes und der Türkei im Kreis um das Heiligtum von Delos legt. Nur 25 der Inseln sind bewohnt: karge Schönheiten, in deren hügeligen Landschaften neben den typisch weißen Würfelhäusern eine ganze Armada kleiner Kirchen mit blau getünchten Kuppeln sitzt.

Einige Kykladeninseln wie Kythnos oder Folegandros sind für viele noch touristisches Neuland, andere sind weltbekannt. Darunter Mykonos und Santorin. Auch Paros, im Zentrum der Inselgruppe gelegen, rückt alljährlich in den Fokus von Gästen aus dem In- und Ausland, und das nicht allein wegen seiner perfekten Einbindung in den Fährverkehr zwischen Festland und Archipel.

Sparsam bewachsene Hügel und steinige Berge formen das 197 Quadratkilometer große Paros, das nach einem regenreichen Winter die Ränder seiner Straßen mit gelben Ginsterblüten schmückt und die Wiesen im Duft Tausender Blumen ertränkt. Wenn der Sommer beginnt und die Sonne mehr und mehr das Land versengt, wird aus Grün Gelb, aber der Zauber der Natur bleibt erhalten. Hunderte betagter Windmühlen thronen wie Fotomodelle auf den Höhen. Allerorten zerteilen und terrassieren niedrige Feldsteinmauern die Landschaft, in der Getreide und Gemüse, Olivenbäume und Rebstöcke gedeihen, während in den Gärten der Einheimischen Zitronen und Bougainvilleen ihre Farbe verteilen.

Ob naturverbunden, kulturell wie kulinarisch interessiert oder sportlich aktiv – für Urlauber gibt es auf Paros mehr als genug zu tun. Sie kommen zum Segeln, Surfen, Tauchen und Baden an schönen Stränden, spazieren über die mit Marmor gepflasterten Sträßlein des hübschen Bergdorfs Lefkes und wandern von dort über den im 10. Jahrhundert angelegten byzantinischen Pfad ins nahe Prodromos. Probieren den lokalen Käse und decken sich in der Kellerei Moraitis, dem größten Weingut der Insel, nach einem Probeschluck mit den hochklassigen Weiß- und Rotweinen des Familienbetriebs ein.

Seit 1910 residieren die Moraitis’ nun schon in Naoussa, Paros’ Aushängeschild schlechthin. Postkartenschön präsentiert sich dessen Stadtkern, der die Besucher in einem mittelalterlichen Durcheinander namenloser enger Gassen verschluckt, sie über weiß geädertes Pflaster an niedrigen Häusern mit flachen Dächern und blauen Fensterläden vorbeiführt, in denen Tavernen zum Einkehren und nette Läden zum Geldausgeben verführen, um sie dann irgendwo am Wasser wieder auszuspucken. Vom Hafen in Hauptplatznähe, wo die Fischer jedem Anspruch an Romantik genügen und netzeflickend in ihren Booten sitzen, sind es nur ein paar Schritte zum Kirchlein Agios Nikolaos, das an den Alten Fischerhafen grenzt – eine verträumte Kulisse für die Restaurants, die das Hafenbecken umrunden. Kleine Jungs fangen hier Fische, und ein paar Enten tapsen um die Tische, mit auffälligem Interesse für die Tintenfische, die vor den Lokalen auf Stangen wie Wäsche in der Sonne trocknen.

Naoussa mag auf der Beliebtheitsskala weit vorne stehen, Paros’ Kapitale ist es aber nicht. Die heißt Parikia, befindet sich gerade mal zehn Kilometer Richtung Südwesten und versammelt einen Großteil ihrer Schätze gleich an der Hafenfront. Da liegt nur eine Straßenecke hinter der Minikirche Agios Nikolaos, die augenfällig viele Besuche alter, die Ikonen im Innern küssender Damen erhält, eines der ältesten Gotteshäuser des Landes inmitten eines verborgenen Hofs: die Panagia Ekatontapiliani, ein prächtiger Bau aus dem 6. Jahrhundert, dessen Glocken wundersamerweise an den starken Armen eines Baumes schaukeln.

Westlich der Kirche mit dem komplizierten Namen beginnt dann Parikias Altstadt – auch diese ein Gewirr an Gassen, von denen sich eine über Stufen den Weg ins Kastroviertel sucht, das schon vor über 4000 Jahren besiedelt war. Oben angekommen entdeckt man neben den Resten einer venezianischen Burg die zauberhafte Kirche Agios Konstantinos im gewohnten Weiß-Blau, auf deren Stufen sitzend Besucher eine grandiose Sicht übers Meer erwartet und – den Versprechungen örtlicher Touristiker glaubend – ein 1A-Sonnenuntergang.

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