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| 19:09 Uhr

Auf verschlungenen Pfaden

In den tiefen, schwer zugänglichen Wäldern Tivedens in Schweden sollen Trolle ihr Unwesen treiben. Einheimische bezeichnen den Wald oft als „magisch“. Foto: Vargas/imagebank.sweden.se
In den tiefen, schwer zugänglichen Wäldern Tivedens in Schweden sollen Trolle ihr Unwesen treiben. Einheimische bezeichnen den Wald oft als „magisch“. Foto: Vargas/imagebank.sweden.se FOTO: Vargas/imagebank.sweden.se
Tived. Elche, Wölfe und Luchse soll es in den tiefen Wäldern des schwedischen Nationalparks Tiveden noch geben. Wanderer, die sich hier auf die steinigen Pfade begeben, tauchen in eine für Europa nahezu unberührte Natur ein. Isabel Sand

Es ist, als würden wir auf einem grünen Teppich laufen, der alles bedeckt: Pfade, Felsen und Baumstämme sind mit Moos überwuchert. Einzig Vogelrufe und das Rauschen des Windes in den Wipfeln der Kiefern sind zu hören. Zwischen den Bäumen glitzert ein See und immer wieder treffen wir unterwegs auf Riesen. Sie stehen schon seit Jahrhunderten am Wegesrand, wirken wie wahllos über die Landschaft verstreut. Es sind die gewaltigen Steinblöcke, die die letzte Eiszeit vor zirka 11 000 Jahren in Schwedens Landesinnere befördert hat und die so typisch sind für den Nationalpark Tiveden.

"Magisch" ist das Wort, mit dem die Menschen in Tiveden im Süden Schwedens ihre Heimat beschreiben. Das liegt nicht nur an den tiefen Seen und den verschlungenen Pfaden des Urwald-Parks. In den dichten Wäldern sollen auch Trolle ihr Unwesen treiben. Einer der Wege führt zur Trollkyrka, der Trollkirche. Der abgeschiedene Fels im Herzen des Nationalparks diente einst als heidnische Opferstätte. Lange nachdem das Christentum in der Region Einzug gehalten hatte, sollen hier noch immer heimlich Rituale vollzogen worden sein. Um den Ort ranken sich viele Sagen, ebenso wie um den Wald allgemein. Das Gebiet war bis ins 19. Jahrhundert weitgehend unzugänglich und Räuberbanden sollen hier ahnungslose Reisende überfallen haben. Am Stigmanspasset, einem schmalen Durchgang zwischen hohen Felsen, sollen sie ihren Opfern aufgelauert haben.

Sehenswert ist auch der Stenkälla, eine Höhle, in der eine Quelle sprudelt. Insgesamt gibt es im Nationalpark Tiveden 25 Kilometer gekennzeichnete Pfade, die Rundwanderungen zwischen 1,5 und 15 Kilometer ermöglichen.

Auch eine Teilstrecke des Bergslagsleden, ein 280 Kilometer langer Wanderweg, der durch die Region Örebro führt, verläuft durch den Park. Der Fernwanderweg ist in 17 Etappen mit einer Länge von sieben bis 23 Kilometern gegliedert. Wer auf dem gut markierten Weg unterwegs ist, lernt Schweden von seiner schönsten Seite kennen. Auf schmalen Stegen kurven wir durch weitläufige Moorlandschaften, über Felsrücken und lichte Wälder. Abseits der Wege finden sich immer wieder kühle Seen , die zum Baden einladen. Unterwegs kommen Wanderer dann und wann auch an typisch schwedischen, roten Holzhäusern vorbei. Meist sind es Sommerresidenzen von Städtern, die im Herbst schon wieder verlassen sind. Wer im Spätsommer und Herbst auf den Wegen unterwegs ist, läuft oft stundenlang ohne eine Menschenseele zu treffen. Im Herbst verwandelt sich der Waldboden vielerorts in ein Meer von Heidelbeeren und Pilzen. Selbst direkt am Wegesrand finden Wanderer Steinpilze.

Eine Teilstrecke des Bergslagsleden führt durch Tivedstorp. Ehemals eine finnische Ortschaft, dienen die roten Holzhäuser heute als Hostel, in das Besucher nach langer Wanderung einkehren können. Die familiäre Atmosphäre und Abgeschiedenheit des Ortes erinnert an die Idylle von "Unsere kleine Farm". Hier wohnt Lovisa Larsson. Zusammen mit Hund Peikko lebt sie in einem selbst gebauten Tipi. Auch während des kalten schwedischen Winters. Fühlt sie sich hier in der Abgeschiedenheit nie einsam? "Nein", sagt die 25-jährige Bloggerin und Künstlerin. "Ich glaube nicht, dass ich mich in einer Wohnung in der Stadt weniger alleine fühlen würde. Du kannst unter Menschen sein und dich trotzdem einsam fühlen." Lovisa mag die Weite des Landes, sie braucht den Platz, fügt sie hinzu. Im Sommer verkauft sie selbstgemachten Schmuck und Naturmedizin an Touristen und tritt auf Hochzeiten und Festen mit ihrer Violine auf. Wer Glück hat, wird von ihr ins Tipi eingeladen. Dort sitzt man wohlig warm um ein Lagerfeuer. "In meinem Tipi fühle ich mich sicher, nur wenn der Wind heult, ist es ein bisschen unheimlich", erzählt sie. Warum hat sie sich gerade diesen Ort mitten im Nirgendwo ausgesucht? "Ich mag die Magie des Ortes und die Menschen, die hier leben", erklärt Lovisa und legt noch einen Holzscheit ins Feuer.

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Auf einen Blick Guter Ausgangspunkt für Wanderungen in den schwedischen Nationalpark Tiveden ist das Hostel Tivedstorp. Sehenswert sind hier auch die Seen Vättern und Unden. Festes Schuhwerk gehört zur Grundausstattung. bel tiveden.se tivedstorp.se tipinitiveden. blogspot.de