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Auf Genusstour durch die Wachau

Dürnstein. Das Donautal Wachau ist das Marillen-Anbaugebiet Österreichs. Touristen können kulinarische Köstlichkeiten auf Wanderungen entlang von Burgen und barocke Klöster entdecken. Die Unesco erhob die Region zum Weltkulturerbe. unserem MitarbeiterNorbert Linz

Beruhigend: Dieses Pulver-Fass enthält keinen Sprengstoff. In die Frontwand des riesigen Eichenholzfasses ist nur der Schriftzug der Schauspielerin Liselotte Pulver eingeschnitzt. Sie war, wie viele Prominente, zu Gast im "Künstlergang" der Domäne Wachau . Dies berichtet Marketing-Chefin Martina Pöll bei der Führung durch das Kellerlabyrinth des Weinguts. Die Domäne liegt fast an der Donau nahe Dürnstein .

Bei der Weinverkostung in dem Barockjuwel "Kellerschlössel", das in strahlendem Weiß und Gelb zwischen den Rebzeilen hervorleuchtet. Grüner Veltliner und Riesling geben den Ton an. Die Marken nennen sich Steinfeder, Federspiel, die edelsten Tropfen Smaragd. "Potenzial für viele Jahre", so Martina Pöll mit strahlenden Augen, während sie prüfend das Glas erhebt: In hellem Grüngelb schimmert der 2013er Grüne Veltliner Smaragd der Spitzenlage Kellerberg. "Kräftige Würze, mit weißem Pfeffer und reifem Apfel, langer Abgang mit salziger Mineralität", schwärmt sie. Zum Wein gibt es die wohlschmeckenden Wachauer Laberl, ein Roggen-Brötchen vom Bäckermeister Schmidl - mit unverkennbar aufgerissener Kruste.

Mit Monika Sommerer, der lokalen Fremdenführerin, wandern die Touristen donauaufwärts auf die Silhouette von Dürnstein zu. Wie ein Gemälde: über dem Städtchen die thronende Burgruine und am Fluss auf einem Felsvorsprung das barocke Chorherrenstift mit dem markanten blau-weißen Glockenturm. Den Weg dorthin säumen Aprikosengärten. Spätestens im April inszenieren die mehr als 100 000 Marillenbäume in der Wachau ein duftiges rosa-weißes Blütenmeer. Die Wachauer Marille ist sogar durch die EU rechtlich geschützt.

Zur Erntezeit im Juli und August schwelgt die Genussregion im Marillenrausch. Marmelade und Brände konservieren den feinen Duft für das ganze Jahr, ergänzt die Fremdenführerin. und deutet in den engen Gassen auf die vielen kleinen Souvenirläden.

Keine zehn Autominuten östlich erreicht man den Endpunkt der Wachau in Krems: eine der schönsten Kleinstädte Österreichs. Durch das Steiner Tor bummeln Besucher entlang den stattlichen Bürgerhäusern aus Renaissance und Barock zum mit Donauschotter gepflasterten Körnermarkt. Hier lohnt sich eine Einkehr im kleinen Haubenlokal "Zum Kaiser von Österreich". Hermann Haidinger kennt sich aus. Die munteren Augen funkeln hinter der Brille, wenn er von seinen Fundorten für Bärlauch und Morcheln schwärmt, von seinen Bezugsquellen für Karpfen und Spargel. Das Öl holt er selbst aus Istrien. Große Küche, unprätentiös angeboten.

Barocke Klosteranlagen

Eine Donaufahrt mit dem Linienschiff gehört zu jedem Wachau-Programm. Von Krems geht es flussaufwärts. Chef auf der 60 Meter langen MS Austria ist Kapitän Herbert Reisinger. Ein alter Hase, allein dieses Schiff steuert er schon zwei Jahrzehnte. Ganz gemächlich ziehen die Urgesteinsterrassen mit den Weinrieden vorbei, ebenso die alten Kirchen, die mit ihren hohen Satteldächern die Weindörfer weit überragen. Vorbei gleiten pittoreske Burgen auf Felsvorsprüngen, behäbige barocke Klosterbauten - immer eingerahmt von Weinbergen. Das entspannende Bild einer reizvollen Kulturlandschaft.

Auch ein Muss ist eine Fahrt auf dem Donauradweg: Beginnend bei der gewaltigen Klosteranlage von Stift Melk, geht es bequem stromabwärts bis zum malerischen Spitz, das sich an den berühmten 1000-Eimer-Weinberg schmiegt. Der Namen "1000-Eimerberg" stammt aus dem Mittelalter, wo angeblich 1000 Eimer von diesem Weinberg geerntet werden konnten. Ein Eimer entspricht 56 Litern. Gleich danach an einer Engstelle des Donautals steht wuchtig die spätgotische Wehrkirche St. Michael, von hohen Mauern mit Schießscharten umschlossen.

Im Dorf Joching direkt an der Uferstraße fällt dann das stattliche Weingut Holzapfel ins Auge. Der ehemalige Lesehof der St. Pöltener Chorherren wurde von dem berühmten Baumeister Jakob Prandtauer, der später Stift Melk schuf, zum barocken Schmuckstück ausgebaut. Im zweigeschossigen Arkadenhof sitzen Besucher beschaulich unter Oleanderblüten. Dreimal am Tag läutet die Glocke der Hauskapelle - wie zu alten Zeiten.

Die charmante Barbara Holzapfel kümmert sich liebevoll um das Wohl ihrer Gäste. Allein die vielen kleinen Köstlichkeiten aus der Gutshofküche sind ein Genuss: Marillen-Topfen mit gehackten Sonnenblumenkernen, Grammelschmalz mit Zwiebel, Apfel und Kürbiskernöl, Fischpofesen auf Rahmgurken. Geduldig erklärt die Chefin die Begriffe der österreichischen Küche. Natürlich stehen auf der Speisekarte die Klassiker Tafelspitz mit Cremespinat oder Erdäpfelschmarrn mit Apfelkren.



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Auf einen BlickDie Domäne Wachau in Dürnstein ist in knapp einer Stunde von Wien über die A22 erreichbar. Das Weingut hat unter der Woche von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Von April bis Oktober bietet das Weingut samstags ab 14 Uhr Verkostungen an. Individuelle Termine sind möglich.domaene-wachau.at