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Dachwohnung: Frau will wegen der Dachschrägen weniger Miete zahlen

Dachwohnung: Frau will wegen der Dachschrägen weniger Miete zahlen

Weil die Nutzung der Wohnfläche durch Dachschrägen eingeschränkt ist, streitet eine Mieterin mit ihrem Vermieter.

München. Die Mieterin einer Dachwohnung kann nicht nachträglich die Miete mindern, weil die Nutzung der Wohnfläche durch Dachschrägen eingeschränkt ist. Das hat das Amtsgericht München in einem vom Internet-Rechtsportal Juris veröffentlichten Urteil entschieden (Az.: 424 C 7097/09).

Die Frau im konkreten Fall hatte eine Dachgeschosswohnung in München für 515 Euro/Monat warm gemietet. Sie war wohl durch eine Zeitungsanannonce auf die Wohnung aufmerksam geworden, wonach es um "ca 36 qm" Wohnfläche ging. Der Mietvertrag enthielt allerdings keine Angaben über die Größe. Ein Jahr später meldete sich die Mieterin bei ihrer Vermieterin und wollte die Miete mindern. Sie gab an, dass die angegebene Quadratmeterzahl gravierend von der tatsächlichen Fläche abweiche. Auf Grund der Schrägen in der Wohnung sei die nur 24 Quadratmeter groß. Denn Flächen, bei denen die Zimmerhöhe weniger als zwei Meter betrage, seien nur teilweise anzurechnen.

Das Amtsgericht München folgte dem nicht und verurteilte die Mieterin zur Zahlung der vollen Miete. Begründung: Zwar weise eine Mietwohnung einen zur Minderung der Miete führenden Mangel auf, wenn ihre tatsächliche Wohnfläche um mehr als zehn Prozent unter der im Mietvertrag angegebenen Fläche liegt. Dies gelte auch dann, wenn der Mietvertrag zur Größe der Wohnfläche nur eine "ca.-Angabe" enthält. Voraussetzung dafür sei aber, dass zwischen den Parteien eine bestimmte Fläche vereinbart worden ist. Daran fehle es im konkreten Fall. Im Übrigen entsprächen die angegebenen 36 Quadratmeter der tatsächlichen Grundfläche. Die Dachschrägen waren und sind erkennbar, genauso wie die eingeschränkte Nutzbarkeit. Die Mieterin habe daher von Anfang an sehen könne, was Sache ist. Aber sie habe die Dachwohnung trotzdem so gemietet, wie sie war. Daran müsse sie sich halten. red/wi