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Bewährung: Saarländer verbreitete Filme mit den Ermordungen von angeblichen Feinden des Islam

Bewährung: Saarländer verbreitete Filme mit den Ermordungen von angeblichen Feinden des Islam

Wegen Gewaltdarstellung im Internet hat das Amtsgericht einen Saarländer zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Der bekennende Moslem hatte im Internet die Ermordung von Feinden des Islam gutgeheißen.

Saarbrücken. Mit zwei brutalen Gewaltvideos aus den Tiefen des Internets musste sich gestern das Amtsgericht Saarbrücken befassen. Die Filme sind jeweils etwa 30 Sekunden lang. Sie zeigen, wie einem Mann mit dem Messer der Kopf abgeschnitten wird und wie drei Männer bei lebendigem Leib verbrannt werden. Angeblich handelt es sich um Feinde des Islam, die vor laufender Kamera hingerichtet werden.

Ein Saarländer, dessen Familie vor mehr als 30 Jahren nach Deutschland gekommen war, fand diese Videos gut. Der bekennende Moslem stellte sie 2010 bei Facebook ein und diskutierte dort mit Freunden. Sein Fazit damals: Es sei richtig, die Feinde des Islam auszumerzen und hinzurichten. Das Verbrennen bei lebendigem Leib sei aber überzogen. Die Polizei fand all dies bei der Überwachung der Aktivitäten möglicher Islamisten im Saarland. Woraufhin der bärtige, düster wirkende 29-Jährige mit deutschem Pass sich wegen Gewaltdarstellung vor dem Amtsgericht verantworten musste.

Dort legte der Angeklagte nach einem Rechtsgespräch zwischen Verteidiger, Staatsanwalt und Richter zur Verständigung im Strafprozess ein Geständnis ab. Sein Anwalt erklärte: Der 29-Jährige räume die Taten ein. Er bedauere sein Tun, werde so etwas nicht wieder machen und distanziere sich vom Inhalt der Videos. Im Anschluss daran sicherte das Gericht dem Angeklagten zu, dass er höchstens zu einer Bewährungsstrafe zwischen zehn und 15 Monaten verurteilt werde. Damit war die Beweisaufnahme gelaufen und die beiden Videos mussten nicht - wie ursprünglich geplant - vorgeführt werden. Zum Glück nicht. So der Amtsrichter, als er den Angeklagten zu zwölf Monaten Gefängnis auf Bewährung und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilte.

Sein Fazit: Man müsse sich als Strafrichter viele schlimme Dinge ansehen. Bilder von Obduktionen misshandelter, gequälter, getöteter Menschen; Kinderpornos. Über die Jahre komme da einiges zusammen und man denke schließlich, dass es schlimmer nicht mehr kommen könne. Aber da habe er sich geirrt, so der erfahrene Amtsrichter. Die beiden Videos im aktuellen Fall seien noch übler als alles andere. Und weiter: Wenn Islamisten sich hierbei auf Gott berufen, dann missbrauchten sie ihre Religion, verkehrten sie ins Gegenteil. Der Gott des Koran und der Bibel sei ein barmherziger Gott. Gewalt und Religion seien deshalb zwei Dinge, die sich nicht vertragen. Die Gewaltvideos der Islamisten hätten deshalb mit dem Islam genau so viel zu tun wie die Scheiterhaufen der Inquisition mit dem Christentum. Nichts. wi