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Tödliches Feuer
Angeklagter akzeptiert Urteil nach Brand in Wiebelskirchen nicht

 Nach dem Feuer im April 2018 verurteilte das Landgericht einen 30-Jährigen wegen Brandstiftung.
Nach dem Feuer im April 2018 verurteilte das Landgericht einen 30-Jährigen wegen Brandstiftung. FOTO: Rolf Ruppenthal
Neunkirchen. Der Prozess gegen einen 30-Jährigen um einen tödlichen Brand in Neunkirchen-Wiebelskirchen geht in eine weitere Runde. Von dpa

Wie eine Sprecherin des Landgerichts Saarbrücken auf Anfrage mitteilte, legte der Angeklagte Revision ein. Darüber entscheide nun der Bundesgerichtshof.


Der deutsche Angeklagte war vor zehn Tagen wegen besonders schwerer Brandstiftung mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Für einen 19-jährigen Angeklagten, ebenfalls Deutscher, verhängte die Jugendkammer wegen Beihilfe zu besonders schwerer Brandstiftung in Tateinheit mit Diebstahl als erzieherische Maßnahme eine sogenannte Betreuungsweisung. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Hauptangeklagten neun Jahre Haft gefordert, der Verteidiger vier Jahre plus Unterbringung in einer forensischen Einrichtung.

Der damals 29-Jährige soll am 17. April 2018 in dem Neunkircher Stadtteil in einem Haus, in dem auch Flüchtlinge wohnten, einen Kinderwagen im Hausflur angezündet haben. Offenbar sei er darüber wütend gewesen sein, „dass Ausländer seine Mutter oder seine Freundin beleidigt hatten“, sagte die Gerichtssprecherin. Die Flammen hatten das gesamte Gebäude in Brand gesetzt. Dem zweiten Angeklagten war vorgeworfen worden, dabei „Schmiere gestanden“ zu haben. 14 Menschen wurden von der Feuerwehr über eine Drehleiter gerettet, ein 38-Jähriger kam in seiner Wohnung ums Leben. Eine 77-jährige Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung.