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Zoff zwischen Hunden: Halterin an Hand verletzt – selbst schuld?

Zoff zwischen Hunden: Halterin an Hand verletzt – selbst schuld?

Wenn eine Hundehalterin bei einer Beißerei zweier Hunde eingreift und sich dabei verletzt, trägt sie grundsätzlich eine Mitschuld.

Hamm. Pech für eine Hundehalterin, die ihren Liebling vor einem anderen Hund beschützen wollte. Das Oberlandesgericht Hamm hat grundsätzlich entschieden, dass eine Hundehalterin, die in die Beißerei zweier Hunde eingreift, um ihr eigenes Tier zu schützen und dabei von dem fremden Hund gebissen wird, grundsätzlich eine Mitschuld an dem Vorfall trägt. Sie kann deshalb laut Rechtsportal Juris von der Halterin des fremden Tieres nur anteilig Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen (Az.:I-6 U 72/11).

Zum Sachverhalt: Der Hund der Beklagten riss sich im Winter 2009 im Ennepe-Ruhr-Kreis von seiner Leine los, stürzte auf den angeleinten und knurrenden Hund der Klägerin zu und biss diesen mehrfach. Die 44 Jahre alte Klägerin hielt schützend die Hand über den Kopf ihres Tieres, als der fremde Hund erneut zubiss. Er erwischte die Hand der Frau und trennte das erste Glied des linken Zeigefingers der Klägerin ab. Die zog daraufhin vor Gericht und forderte Schmerzensgeld und Schadensersatz.

Ihre Klage war in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht teilweise erfolgreich. Dazu die Richter: Auch wenn die Klägerin in berechtigter Sorge um ihr Tier eingriff, musste sie wissen, dass ihr Handeln die Gefahr mit sich bringe, selbst gebissen und verletzt zu werden. Ihr Mitverschulden wurde mit 50 Prozent bewertet. Das verlangte Schmerzensgeld und der Verdienstausfall wurden entsprechend gekürzt auf insgesamt 3.000 Euro. Auch die Tierarztkosten bekommt die Klägerin nur anteilig ersetzt, gekürzt um die Tiergefahr des eigenen Hundes. Diese Gefahr setzten die Richter mit 25 Prozent an, so dass die Frau lediglich 75 Prozent der Tierarztrechnung erstattet bekommt. red/wi