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Fitness-Studio: Keine frühere Kündigung bei bekannter Erkrankung

Fitness-Studio: Keine frühere Kündigung bei bekannter Erkrankung

Wer einen Vertrag abschließt, der muss ihn einhalten. Diese Regel ist altbekannt. Aber es gibt auch Ausnahmen. Dann erlauben besondere Gründe eine vorzeitige Vertrags-Kündigung.

München. Mit dem Recht auf Sonderkündigung bei einem Fitnessvertrag hat sich das Amtsgericht München befasst. Sein Urteil laut Rechtsportal Beck Online: Wer schon bei Abschluss des Fitnessvertrages weiß, dass er die Angebote des Fitness-Studios eventuell wegen einer bestehenden Erkrankung nicht wahrnehmen können wird, hat kein Sonderkündigungsrecht, wenn er dann tatsächlich nicht trainieren kann. Etwas anderes gilt nur, wenn ein Sonderkündigungsrecht ausdrücklich vereinbart wurde (Az.: 213 C 22567/11).

Der Fall: Anfang April 2010 schloss ein Münchner mit einem Fitness-Studio einen Vertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Kurz nach Trainingsbeginn wollte er wieder kündigen. Er gab an, an einer chronischen Erkrankung der Gelenke zu leiden und trotz seiner Hoffnungen doch nicht trainieren zu können. Das Fitness-Studio nahm die fristlose Kündigung nicht an, verwies auf die Laufzeit und verlangte 1.029 Euro. Schließlich habe der Kunde bereits bei Abschluss des Vertrages von der Erkrankung gewusst.

Das Amtsgericht gab dem Studio Recht: Der Kunde habe kein außerordentliches Kündigungsrecht. Voraussetzung dafür wäre, dass dem Mann unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beidseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung nicht zugemutet werden könne. Dies sei nach Abschluss eines Sportstudiovertrages zwar grundsätzlich der Fall, wenn der Kunde krankheitsbedingt die Einrichtungen des Studios nicht mehr benützen könne. Anders liege es aber, wenn die Umstände, die Anlass zur Kündigung bieten, bereits bei Vertragsschluss bekannt waren. In diesem Fall sei dem trainingsunfähig erkrankten Kunden die Vertragsfortsetzung zuzumuten. Dies habe hier vorgelegen. Dem Mann sei seine chronische Gelenkserkrankung bekannt gewesen. Dass ein Sonderkündigungsrecht vereinbart worden wäre, habe er nicht beweisen können. Er schulde daher die Beiträge bis zum Ende der Laufzeit des Vertrages. red/wi