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Gerichtsurteil: Einsamer Esel muss in Zukunft Gesellschaft bekommen

Trier. Die Zeit der Einsamkeit ist für einen Esel vorbei. Er muss Gesellschaft bekommen, urteilt das Verwaltungsgericht. Unter Umständen muss der Hengst nun aber kastriert werden - damit er auf der Weide friedlich bleibt.

Ein Tierhalter von der Mosel muss Gesellschaft für seinen Eselhengst suchen. Das Verwaltungsgericht Trier hat die entsprechende Anordnung des zuständigen Veterinärs bestätigt und die dagegen gerichte Klage abgewiesen (Az.: 6 K 1531/13.TR).

Der betroffene Kläger ist seit mehreren Jahren Halter eines Eselhengstes. Nach mehreren Kontrollen stellte der Veterinär des Landkreises fest, dass der Esel alleine gehalten wurde. Er ordnete an, den Eselhengst zu vergesellschaften und den Eseln eine 500 Quadratmeter große Weide zur Verfügung zu stellen. Dagegen wehrte sich der Tierhalter - teilweise mit Erfolg.

In der Urteilsbegründung stellten die Richter fest: Nach den tierschutzrechtlichen Vorschriften seien Tiere angemessen unterzubringen. Durch die Einzelhaltung schränke der Kläger das Bedürfnis des Esels nach sozialem Kontakt unangemessen ein. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen eines Gutachtens des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und des Deutschen Tierschutzbundes habe der Amtstierarzt - der selbst über Erfahrungen mit der Haltung von Eseln verfüge - in der mündlichen Verhandlung ausgeführt, man sei nur deshalb eingeschritten, weil der Esel bereits Verhaltensauffälligkeiten gezeigt habe. Er sei verängstigt und übermäßig scheu gewesen, was auf die Haltungsbedingungen zurückzuführen sei.

Weiter führten die Richter aus, es sei auch nicht davon auszugehen, dass ein Eselhengst nach mehreren Jahren Einzelhaltung nicht mehr an die Gesellschaft anderer Esel gewöhnt werden könne. Zwar seien diese Tiere nach den vorliegenden Erkenntnissen sehr wehrhaft und duldeten keine Rivalen in ihrem Revier. Eine völlige Einzelhaltung sei jedoch tierschutzwidrig. Nach Ausführung des Amtsarztes könne dem natürlichen Aggressionspotenzial durch geeignete Maßnahmen begegnet werden. Auch bestehe die Möglichkeit, durch Kastration des Eselhengstes eine erhöhte Sozialverträglichkeit herbeizuführen. Die weitergehende Anordnung des Landkreises, den Tieren 500 Quadratmeter Weide zur Verfügung zu stellen, sei jedoch nicht zwingend vorgegeben und könne daher nicht aufrechterhalten bleiben, so die Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. red/wi