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Leichte Kleidung kann Unfallrisiko erhöhen
ADAC warnt vor Flip-Flops oder leichten Sandalen am Lenkrad

Sommer, Sonne und leichte Kleidung. Was für ein schönes Gefühl. Symbolfoto.
Sommer, Sonne und leichte Kleidung. Was für ein schönes Gefühl. Symbolfoto. FOTO: Arno Burgi / picture alliance / dpa
München. Es ist Sommer, die Sonne scheint und leichte Kleidung ist angesagt. Aber Achtung: Im Straßenverkehr kann allzu leichtes Schuhwerk zum Problem werden. Von Wolfgang Ihl
Wolfgang Ihl

Der Sommer hat seine eigene Kleiderordnung. Leichtigkeit ist angesagt. Das sieht man tagtäglich vor allem rund um Schwimmbäder oder andere Freizeitanlagen. Auch auf dem Weg dorthin begnügen sich viele Leute hinter dem Lenkrad ihres Autos mit Badehose oder Bikini, leichten Sandalen oder Flip-Flops. Ist das alles erlaubt? Antworten darauf liefern die Juristen des ADAC in ihrem aktuellen ADAJUR-Newsletter.



Abrutschen vom Brems- oder Kupplungspedal

Das Fahren mit Sandalen, Flip-Flops und anderem leichtem Schuhwerk sei zwar nicht verboten, so die Juristen. Zur Vermeidung von Unfällen sollte darauf jedoch in jedem Fall verzichtet werden, weil ein Abrutschen von den Pedalen oder das Verfangen von Riemchen in den Pedalen schlimme Folgen haben kann.



Das Amtsgericht Speyer habe dazu beispielsweise entschieden, dass es fahrlässig sei, wenn man wegen solcher Schuhe von der Kupplung abrutscht. Wenn es deshalb zu einem Unfall kommt und kracht, dann ist man in der Haftung für den Schaden der anderen. Auch für den eigenen Schaden muss man unter Umständen gerade stehen, weil die Vollkaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit die Leistung für den am eigenen Fahrzeug entstandenen Schaden verweigern oder kürzen kann.

Es kann aber auch teuer werden, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer eigentlich für einen Unfall verantwortlich wäre. Hat der Unfallgegner beispielsweise die Vorfahrt missachtet und kam es deshalb zum Zusammenstoß, so bekommt der Geschädigte, der wegen ungeeigneten Schuhen das Bremspedal nicht rechtzeitig oder nicht ausreichend betätigen konnte, unter Umständen nur einen Teil seiner Ersatzansprüche erstattet.

Feste Schuhe zum Fahren, leichte Schuhe zum Laufen

Deshalb raten die ADAC-Juristen: Für die Fahrt geschlossene Schuhe im Auto deponieren und erst am Badesee in die Flip-Flops schlüpfen. Und auch mit Blick auf die Oberbekleidung plädieren sie gegen freie Oberkörper bei Männern oder leichte Bikinis bei Frauen. Diese Dinge seien zwar erlaubt. Es gebe schließlich keine Kleiderordnung für das Autofahren. Im Falle eines Unfalls könne "oben ohne" aber schmerzhafte Folgen haben. Der Sicherheitsgurt schneide in die Haut und Reibungshitze verursache unter Umständen Brandverletzungen. Dagegen hilft ein T-Shirt zum Überziehen.

Extra Warnung für Zweiradfahrer nebst Beifahrerin

So weit der ADAC zu leichter Kleidung hinter dem Lenkrad von Autos. Dass all die Bedenken der Clubjuristen gegen Flip-Flops, Sandalen, Badehosen und Bikinis in verschärfter Form für alle Arten von Zwei- oder Mehrradfahrern inklusive Beifahrer(in) gelten, das ist klar. Wer ohne Helm, ohne Schutzkleidung für Körper, Arme, Beine und Hände und ohne richtiges Schuhwerk vorne oder hinten auf dem Zweirad sitzt, der riskiert zumindest seine Gesundheit. Das muss nicht sein. Auch nicht im Sommer, wenn die Sonne scheint und sich alles ganz leicht anfühlt.