Ziemlich beste Kleine

Ziemlich beste Kleine

Citroën C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo erschienen jüngst in zweiter Auflage. Die drei Kleinwagen werden weiterhin gemeinsam gebaut, sind aber in Aussehen und Ausstattung individueller geworden. Und dazu stärker und sparsamer.

Mit Farbe und Lack kann man das Aygo-Cockpit aufmöbeln.
Peugeot 108: Das hohe Heck bedeutet gute Raumausnutzung.
Der Citroën C1 wird auf Wunsch mit Schiebedach geliefert.
Auch im Peugeot steckt Hartplastik, das aber gut aussieht.

Kleinwagen sollen vor allem nützlich und preiswert sein. Diese Anforderungen erfüllte bisher schon das Trio Toyota Aygo, Peugeot 107 und Citroën C1, das die drei Marken seit 2005 gemeinsam bauten. Bald 2,5 Millionen Exemplare wurden bisher verkauft, verteilt zu je etwa einem Drittel auf die drei Hersteller.

Jetzt sind die Neuauflagen erschienen, mit mehr Platz, mit niedrigerem Verbrauch, kaum veränderten Preisen. Die drei Kleinwagen werden nach wie vor gemeinsam in Tschechien gebaut. Sie unterscheiden sich optisch aber viel stärker als bisher, alle können mit Dekorteilen und Farben eigenen Vorstellungen angepasst werden.

Um jugendlichen Auftritt bemüht sich vor allem Toyota . Der neue Aygo hat eine spitze Nase in X-Form. Sie zieht sich sich von den Rückspiegel-Ohren bis zu den Rädern und wirkt je nach Farbkombination aggressiv oder sogar schrill. Der C1 und der 108 treten viel seriöser auf. Seitenansicht und Heck gefallen, Letzteres wieder mit der Scheibe als Kofferraumdeckel.

Die Maße außen und innen sind bei allen gleich. Die Karosserie wuchs um eine Daumenbreite auf 3,48 Meter, die Breite von 1,62 Meter änderte sich nicht, die Höhe schrumpfte um einen Zentimeter auf 1,46 Meter. Auch der Achsabstand blieb gleich (2,34 Meter). In der zweiten Reihe kommen zwei Erwachsene dank etwas mehr Knie- und Schulterraum auf kürzeren Strecken durchaus unter. Der Kofferraum schluckt jetzt 198 Liter, beim Umklappen der Rücksitzlehne entstehen 780 Liter Laderaum. Viel einladen aber darf man nicht: Die Nutzlast beträgt nur rund 300 Kilogramm.

Das Armaturenbrett besteht aus einfachem Hartplastik, sieht dennoch gut aus. Der große Tacho lässt sich gut ablesen. Fahrer und Beifahrer fühlen sich auf genügend großen, körpergerecht geformten Sitzen auch auf längeren Strecken wohl. Fahrersitz und Lenkrad lassen sich in der Höhe verstellen. Klimatisierung samt Luftverteilung werden über Dreh- und Schiebehebel bedient, Bordcomputer, Radio, Telefon und, so vorhanden, Navigationssystem über den großen Bildschirm oben in der Mittelkonsole. Sechs Airbags, ESP, Berganfahrhilfe sind serienmäßig vorhanden, gegen Aufpreis gibt es eine Rückfahrkamera. Vier Sterne im Euro-Sicherheitstest werden erwartet, freilich in der neuen verschärften Form, bei der auch andere Modelle nicht mehr mit fünf Sternen glänzen würden.

Den Toyota gibt es ausschließlich mit dem 1,0-Liter-Dreizylindermotor aus dem Vorgänger mit jetzt 69 PS/51 kW. Mit Stopp-Start-System (im Eco-Paket für 950 Euro) darf er sich sparsamster Benzinmotor in einem Viersitzer nennen: 3,8 Liter nach Norm (CO{-2}: 88 g/km ). Ohne sind es 4,1 Liter (CO{-2}: 95 g/km). Bei sanfter Fahrt können fünf Liter tatsächlich genügen. An Steigungen geht dem Motörchen naturgemäß rasch die Puste aus. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h erfordert etwas mühsame 14,3 Sekunden, als Spitze werden 160 km/h angegeben.

Ein anderes Bild bietet der 1,2-Liter-Dreizylinder, den Peugeot und Citroën zusätzlich anbieten. Er sorgt mit 82 PS/60 kW und 118 Nm Drehmoment ab 2750 U/min durchaus für Fahrfreude: 170 km/h, 0 auf 100 in 11,0 Sekunden. Auch sein Konsum hält sich in Grenzen: nach der Norm 4,3 Liter Super (CO{-2}: 99 g/km).

Toyota , Peugeot und Citroën bieten mit Aygo, 108 und C1 ziemlich beste Kleine. Wer sich zu welcher Marke hingezogen fühlt, hängt ganz von den persönlichen Vorlieben ab - und vom Händler. Wer ausgefallene Formen und Farben sucht, ist bei Toyota richtig. Und wer vorzugsweise in der Stadt unterwegs ist, fährt mit dem kleinen Motor sparsamer und billiger - und am besten mit dem automatisierten Getriebe (ab 600 Euro Aufpreis). Es kann es nicht so gut wie eine richtige Automatik, nimmt dem Fahrer aber das Kuppeln und, wenn er will, auch das Schalten ab. Im Stadtverkehr ist das eine große Hilfe. Wer es wenigstens etwas sportlich will, nimmt Citroën oder Peugeot mit dem größeren Motor. Die zwei französischen Modelle sind mit Preisen ab 8890 Euro (für 69 PS) nur scheinbar preiswerter. Der Toyota Aygo ab 9950 verfügt serienmäßig über Servolenkung und einige andere Annehmlichkeiten. Im C1 und im 108 kosten sie Aufpreis.