Woolie baut Motorrad-Unikate für Weltstars

Woolie baut Motorrad-Unikate für Weltstars

Weltstars wie Bruce Spring steen, Billy Joel und Orlando Bloom vertrauen auf Michael Woolaway. Der Weltstar der Custom-Szene baut zweirädrige Unikate und legt dabei größten Wert auf Handarbeit.

"Michael, Michael, motorcycle." Diese drei Worte rief seine Mutter dem kleinen Michael Woolaway immer zu, weil "Woolie" von Kindesbeinen an nichts als Motorräder im Kopf hatte. Heute pilgern Fans aus aller Welt ihm zuliebe zur Adresse 1001 Venice Boulevard in Los Angeles, zur Firma "Deus Ex Machina".

Als "Motorcycle Design Director" lenkt Woolaway hier nahe dem Pazifikstrand kreativ und technisch die Geschicke der weltbekannten Custombike-Schmiede und Lifestyle-Kommune mit Ursprung in Australien. Als Custombikes werden nach Wünschen der Kunden umgebaute Motorräder bezeichnet. Weil es ihm zu gefährlich ist, mag Woolie das Motorradfahren auf öffentlichen Straßen nicht. Zumindest nicht in Los Angeles. "In Nordkalifornien oder in Deutschland gibt's schöne Straßen mit wenig Verkehr. Aber hier telefoniert jeder ständig in seinem Auto. Nichts für mich." Deshalb komme er sehr gut ohne Führerschein durchs Leben.

Mit 14 fuhr er auf seiner Bultaco Metralla illegal durch die Straßen. Die Cops erwischten ihn. Es folgten große Probleme und das Versprechen an seinen Vater, nur noch auf geschlossenen Rennstrecken zu fahren. "Dabei ist es bis heute geblieben", grinst Woolie.

Seine Kunden macht er glücklich, indem er ihnen hochexklusive Custombikes zaubert, speziell im Design und extrem gut zu fahren. Darauf legt Rennstrecken-Fan Woolie höchsten Wert. Nur rund 20 Exemplare sind seit 2011 bei Deus Ex Machina entstanden. Das liegt zum einen daran, dass Woolie nach wie vor in Hollywood als anerkannter Filmbeleuchter tätig ist, und zum anderen an seiner Herangehensweise. Denn jedes Motorrad sei exakt auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt. "Meist habe ich an jedem Projekt 500 Stunden und mehr gearbeitet, immer nur ich selbst an einem Bike."

Zwar überschneiden sich einzelne Projekte, aber alles entsteht soweit wie möglich in Handarbeit. Einen Großteil der individuellen Teile kann Woolie selbst anfertigen in seiner schmalen Werkstatt, die ins Gebäude von Deus Ex Machina in Venice integriert ist. Durch kleine Fenster sieht man von hier aus in die Verkaufsräume und umgekehrt. Dennoch hat Woolie hier seine Ruhe und kann ungestört an seinen exklusiven Projekten arbeiten.

Rentabel kann dies selbst bei Preisen von bis zu 60 000 US-Dollar (54 500 Euro) pro Bike kaum sein, aber im Umfeld von Deus Ex Machina mit vielen Merchandising-Artikeln wie T-Shirts funktioniert's für Deus-Chef Dare Jennings offenbar doch. Der ist laut Woolie tiefenentspannt und lässt ihm jede Freiheit.

Betritt man das Gelände der Firma Deus Ex Machina in Venice sieht man viele Gäste über die Tasten ihres Notebooks fingern. Hier treffen sich auch Geschäftsleute, die keine Motorradfahrer sind, und auch Surfer, denn Deus hat beispielsweise auch Surf-Klamotten im Angebot. Im Hintergrund läuft coole Musik. Motorradbegeisterte Besucher bestaunen Custombikes wie "Moto Grigio", eine Kawasaki W650 in einem Nachkriegs-Grauton von Ferrari . Oder den "Grashopper", der auch rätselhaft "W-`ühini" heißt - eine auf 800 ccm aufgebohrte W650 im zweifellos markanten Look. Ob Grigio oder Grashopper: Woolie, Jahrgang 1959, lässt sich vor allem von der Vergangenheit inspirieren anstatt bei heutigen neuen Strömungen abzukupfern. "Meine Inspiration rührt eher aus der Historie. Ich schaue mich heute nicht überall um und lese Blogs oder sowas. Stattdessen zehre ich davon, dass mich mein Dad zu allen möglichen Rennen und Shows mitgenommen hat, Motorrad wie Auto. Ich wuchs auf und habe alles gesehen, was man sich auf Rädern so verstellen kann. Von daher gehen mir nie die Ideen aus, das ist schier unerschöpflich."

Woolies Kunden sind handverlesen. "Ich suche meine Kunden gar nicht aus, die kommen zu mir. Ich entscheide lediglich, dass ich mit bestimmten Leuten nicht zusammenarbeite. Ich genieße das sehr und habe so schon einige großartige Menschen kennengelernt." Rund ein Jahr Wartezeit schrecke jedenfalls niemanden ab.

Auf diese Weise hat Woolie bisher einem illustren Kreis von Kunden exakt das auf die Räder gestellt, was zum Fahrstil passt und dem jeweiligen Geschmack entspricht. Ein Kawasaki-Umbau für Bruce Springsteen , ein ähnliches Bike für Billy Joel oder 2014 die BMW S 1000 R für Hollywood-Star Orlando Bloom, eine Mischung aus klassischem Design und Hightech.

Die Besucher, die teilweise an den Tischen im Hintergrund auf ihren Notebooks arbeiten, bewundern Custombikes wie die Moto Grigio, eine Kawasaki W650 in einem Nachkriegs-Grauton von Ferrari.
Für den Schauspieler Orlando Bloom hat Woolaway eine BMW S 1000 R umgebaut.

Und wieder legte er enormen Wert nicht nur auf Optik, sondern auch auf Fahrbarkeit: "Sie fährt sich sehr schön, und Orlando mag das sehr." In der Garage des Hollywood-Stars stünden acht Maschinen. "Drei davon stammen von mir", verrät Woolie mit berechtigtem Stolz.