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Wo noch mal muss die Rettungsgasse gebildet werden?

Wo noch mal muss die Rettungsgasse gebildet werden?

Eine Umfrage des ADAC unter Autofahrern hat gezeigt, dass 61 Prozent nicht genau Bescheid wissen, wo bei einem Unfall die Rettungsgasse gebildet werden muss. Wer sich falsch verhält, muss mit mindestens 20 Euro Bußgeld rechnen.

(np) Oft müssen sich Rettungskräfte, die schnell zu einer Unfallstelle auf der Autobahn wollen, im Schneckentempo durch den Stau kämpfen, weil nicht alle Autofahrer eine Rettungsgasse freihalten. "Wir alle sind gesetzlich verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden, wenn der Verkehr auf Autobahnen oder auf zwei- und mehrstreifigen Straßen außerorts stockt oder steht", so Jens König, Leiter der Dekra-Unfallforschung. Diese Regel (Paragraf 11, Absatz 2 StVO) gilt schon seit über 30 Jahren in Deutschland. Aber selbst wenn Autofahrer an die Rettungsgasse denken, sind viele unsicher, wo sie gebildet werden soll. "Auch das ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Bei zwei Fahrstreifen ist die Gasse in der Mitte freizuhalten, bei drei oder mehr Fahrstreifen zwischen dem ganz linken und dem benachbarten", erklärt Jens König. Stehen die Fahrzeuge im Stau schon eng hintereinander, ist es oft schwierig, überhaupt noch zur Seite zu fahren und die Gasse freizumachen. "Deshalb sollten alle Autofahrer schon bei stockendem Verkehr am Rand ihres Fahrstreifens fahren, sodass die Rettungsgasse offen bleibt", sagt der Unfallforscher.

Den Standstreifen im Stau als schnelleren Weg zur Ausfahrt zu benutzen, ist verboten. "Das gilt erst recht fürs Rückwärtsfahren zur letzten Ausfahrt, um dem Stau zu entgehen", erläutert König. Der Standstreifen dürfe nur bei einer Panne genutzt werden, damit das defekte Fahrzeug außerhalb des Verkehrs sicher zum Stehen kommen könne.

Beim Verlassen des Fahrzeugs sollten möglichst alle Insassen eine Warnweste tragen. Deshalb sollten im Auto immer so viele Warnwesten vorhanden sein, wie Insassen im Auto sind.