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Automobil
Freie Werkstatt belügt Kunden

Hamburg. (np) Die Zeitschrift Auto-Bild und die Kfz-Sachverständigenorganisation Dekra haben erstmals neben Marken-Werkstätten auch freie Werkstatt-Ketten geprüft. Für den anonymen Test wurden Fahrzeuge mit identischen Mängeln präpariert.

Diese hätten bei der Inspektion nach Herstellervorgaben eigentlich gefunden werden müssen.


Euromaster, ein Unternehmen für Reifen- und Autoservice, das als Tochterfirma des Reifenherstellers Michelin registriert ist, lieferte dabei das schlechteste Ergebnis aller Tests der Saison ab.

Es sei besonders bedenklich, dass die Tester in einem Betrieb in Berlin sogar belogen worden seien, berichtet die Zeitschrift (6/19). Beim Wechsel der Bremsflüssigkeit war der Werkstatt ein Entlüftungsventil abgerissen. Dadurch war es unmöglich, die sicherheitsrelevante Flüssigkeit zu tauschen. Statt jedoch den Kunden auf den Schaden hinzuweisen, behauptete die Werkstatt, die Bremsflüssigkeit sei noch in Ordnung. „Mit einer Inspektion nach Herstellerangaben hatte das wenig zu tun“, monieren die Tester.



Insgesamt passte die Erfahrung in der Berliner Werkstatt ins Gesamtbild. „Nirgendwo wird bei Euromaster gute Arbeit geliefert, die beste Werkstatt bekommt nur die Note ausreichend. Da ist noch viel Schulung notwendig“, sagt Jörg Maltzan, der Leiter des Service-Ressorts bei Auto-Bild. Euromaster ist in 17 europäischen Ländern präsent.