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Werkstatt muss nach falscher Auskunft haften

Werkstatt muss nach falscher Auskunft haften

Wenn eine Auto-Werkstatt ihre Kunden falsch berät, ist sie auch für die daraus resultierenden Folgen verantwortlich. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg in einem Fall eines vermeintlich defekten Motors entschieden.

(np) Das Oberlandesgericht Oldenburg hat einer Autofahrerin 6250 Euro als Nutzungsausfall zugesprochen, weil sie von einer Kfz-Werkstatt falsch beraten worden war (Az.:1 U 132/13- Quelle: JURIS).

Die Frau war mit ihrem VW-Bus T4, Baujahr 2001 bei einem Stand von etwa 250 000 Kilometern in die Werkstatt gekommen. Bei dem Auto war zuvor von einer anderen Werkstatt ein Austauschmotor eingebaut worden. Nun verlor der Bus Öl und die zweite Werkstatt sollte die Ursache erforschen. Nach einer Probefahrt erklärte ein Mitarbeiter der Werkstatt, der Ölverlust sei nicht auf Verschleiß, sondern auf einen erheblichen Motorschaden zurückzuführen.

Entweder sei der Austauschmotor bereits vor dem Einbau defekt gewesen, oder aber es seien Fehler bei dessen Einbau gemacht worden. Es sei deshalb davon abzuraten, das Fahrzeug in diesem Zustand für größere Strecken zu nutzen.

Die Eigentümerin des VW-Busses veranlasste daraufhin ein Beweissicherungsverfahren gegen die erste Werkstatt und musste ihr Fahrzeug 197 Tage unbenutzt stehen lassen. Im späteren Gerichtsverfahren stellte sich heraus, dass der von dem Mitarbeiter der zweiten Werkstatt geäußerte Verdacht eines Motor- oder Getriebeschadens falsch war. Der Sachverständige des Gerichts erklärte, es handelte sich nur um eine unbedeutende Störung, ein "Motorschwitzen", welches sich mit sehr geringem Aufwand beseitigen lasse und was kein Zerlegen des Motors oder des Getriebes erforderlich mache.

Die VW-Besitzerin verlangte daraufhin von der zweiten Werkstatt Nutzungsausfall für 197 Tage. Die Richter des Oberlandesgerichtes Oldenburg gaben ihr Recht. Wegen des verspätet eingeleiteten Beweissicherungsverfahrens gegen die andere Werkstatt hat das Oberlandesgericht den Entschädigungszeitraum jedoch gekürzt und der Klägerin für insgesamt 125 Tage eine Entschädigung von 6250 Euro zugesprochen.